17.05. Bayernrundfahrt: eine verpasste Gelegenheit mit weltmeisterlichem Ausgang

Ein recht überschaubares Grüppchen versammelte sich heute, um den „Helden der Landstraße“, wie die Radrennfahrer gerne auch genannt werden, auf der fünften und letzten Etappe der Bayernrundfahrt auf ihren Spuren zu folgen.

Heute sollte sie ihr Weg von Schweinfurt über 198 km nach Nürnberg führen – beides Städte mit großer Radsporttradition.
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Wie bei großen Profirennen üblich, können sich die Enthusiasten am Straßenrand mittels detaillierter Marschtabellen genau ausrechnen, wann das Peloton an welchem Ort durch die Landschaft schwirren wird.

So konnten wir mit viel Ruhe im Gepäck zunächst die historische Altstadt Herzogenaurachs durchradeln, wo ein freundlicher Herzogenauracher, der seit über 30 Jahren in Vancouver lebt, unsere Anwesenheit dokumentierte. Wenn man, abgesehen von den Profis, mit dem Rad unterwegs ist, finden Begegnungen mit Einheimischen am Wegesrand mit großer Regelmäßigkeit statt. 😉
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Doch dann zog uns die Bayernrundfahrt magisch an und in Brunn bei Emskirchen stießen wir dann auf die Strecke. Von Streckenposten erfuhren wir, dass das Feld noch gut 20 Minuten brauchte, bis es an uns vorbei fliegen sollte. Um nicht verschwitzt und untätig die wertvolle Zeit des im Hintergrund laufenden Stadtradelns verstreichen zu lassen, setzten wir unsere Tour in Rennrichtung fort.

Angesichts der vielen Material- und Begleitfahrzeuge, die die Athleten bald an einer Verpflegungsstelle versorgen sollten, machte sich bei uns schon etwas Rennstimmung breit. Auch die vielen Zuschauer, die bereits erwartungsfroh den Wegesrand säumten und uns zujubelten, trugen zu diesem Gefühl bei, obwohl wir zunächst noch abwinkten, da wir uns ja auf keine Fall mit fremden Federn schmücken wollten. Es sollte jedoch nicht lange dauern, bis auch wir uns von der Stimmung anstecken und von den Zuschauern anfeuern ließen.

Wären wir in einer durchaus möglichen Stärke von 15 + Radlern unterwegs gewesen, hätten viele unserer Friedensfahrer die Begeisterung für den Radsport aufsaugen können. Da wir uns aber auch im Schulalltag bewegen, bedeutet für uns das Wort „Zielsprint“ oder „Schlussspurt“ kurz vor den Pfingstferien, dass anstehende Prüfungen jedem Einzelnen den individuelle zur Verfügung stehenden Zeitrahmen diktieren.

Nachdem wir kurz vor Langenzenn die Rennfahrer zum ersten Mal bewundern konnten, folgten wir ihnen in unserem Rhythmus, um sie erneut im Kampf um die Plätze rund um die fantastische Kulisse der Nürnberger Burg zu verfolgen. Zuerst räumten Polizeimotorräder den Weg frei,
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damit die Presse ungestört ihrer Arbeit nach“gehen“ konnte:
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Dann kam der Führende im Gelben Trikot
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dicht gefolgt von der Meute,
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dicht gefolgt von der Presse.

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Nach dem ganzen Trubel und unseren bis dahin gut 80 Kilometren in den Beinen, fühlten wir uns auch zu einer kurzen Pause berechtigt, die wir im idyllischen Biergarten von Schloss Almoshof einlegten.

Nicht lange konnten wir uns dort aufhalten, da schon um 17 Uhr in Erlangen ein weiteres Highlight unserer anstehenden „Tour de France“ auf uns wartete:

Dort trafen sich zwei unserer Radlerinnen zum Interview mit einer Radsportgröße, die der Steherszene in den 70er Jahren mit drei Weltmeistertiteln ihren ganz persönlichen Stempel mit Nachdruck aufgedrückt hat: Horst Gnas. Wir freuen uns ganz besonders, dass Horst sich für unser Projekt so begeistern konnte, dass er sich spontan unserer kleinen Gruppe angeschlossen hat, die somit etwas vom Glanz der weltmeisterlichen Regenbogenfarben abbekommt.

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