Tour der Ra(d)häuser, Etappe 13 / La petite grande boucle / Teil 3

Gleich am Ortsrand von Schillingsfürst mussten wir den ersten Stopp einlegen – zu schön war der Fernblick über das Altmühltal, das sich zu unseren Füßen erstreckte. Am Horizont konnten wir sogar schon das Wahrzeichen unseres nächsten Etappenziels ausmachen: die Burg von Colmberg. Nach einer rasanten Abfahrt ging es mit viel Rückenwind über kleine Nebenstraßen durch die westmittelfränkische Landschaft. Hier muss wohl der Ausdruck „Romantisches Franken“ entstanden sein.

In Colmberg erwartete uns neben Bürgermeister Kieslinger eine kleine Gruppe Franzosen aus Aubazine, der Partnergemeinde im Limousin. Wir tauschten uns kurz aus, folgten Bürgermeister Kieslingers Ansprache, die von Frau Féja von der Bezirksverwaltung in Ansbach ins Französische gedolmetscht wurde und erfreuten uns am Buffet, das für uns vorbereitet worden war. Vielen Dank bei allen helfenden Händen, die uns diese guttuende Pause ermöglicht haben. Auch bei Frau Féja bedanken wir uns an dieser Stelle für ihre Unterstützung bei der Ausarbeitung unseres Besuchs- und Begegnungsprogramms in Limoges.
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Ein weiteres Steinchen wurde uns nur einen Steinwurf weiter im wenige Kilometer entfernten Flachslanden aus den Händen von Bürgermeister Hans Henninger und der Vorsitzenden des Freundschaftskomitees, Nicole Guggenberger, übergeben. Zuvor konnten wir den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, den wir uns gleich beim Anstieg in Colmberg vorbei an der Burg nach Berndorf eingehandelt hatten. Vielen Dank für diese Stärkung! In Colmberg trat Wolf Dieter Enser den Heimweg nach Bad Windsheim an, während die Anfangsformation erneut mit bangem Blick gen Himmel und der noch sehr frischen Begegnung mit den Elementen im Gedächtnis den Weg nach Dietenhofen antrat. Wir ahnten, dass unsere große Schleife noch nicht ganz in trockenen Tüchern war. So kam es wie es kommen sollte. Die schwarzen Gewitterwolken im Nacken, den wir tief über die Lenker gebeugt hatten, versuchten wir, noch vor dem uns jagenden Regenguss in Dietenhofen bei Bürgermeister Erdel einzutreffen, was uns auch nahezu gelang.
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Den letzten Kilometer legten wir fast im Sprint zurück und konnten im Schutze der Rathauskolonnaden den nun losstürmenden Gewitterregen auslachen, zusammen mit Rüdiger Endlich, der uns aus Erlangen entgegen geradelt war. Mit Hilfe von Bürgermeister Henninger aus Flachslanden gelang es uns dann auch Dietenhofens Rathauschef zu erreichen, der schon fast auf dem Weg zu einem weiteren Termin ausgerechnet am Hesselberg war. So schließen sich Kreise. Vor der Übergabe des Grußwortes konnten wir uns ein letztes Mal an bereitgestellten Getränken bedienen, darunter mit „Club Mate“ ein absolutes In-Getränk selbst in der Bundeshauptstadt, dessen Mixtur in Dietenhofen ersonnen wurde, wie uns erläutert wurde.
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Nach diesem letzten Handschlag auf unserer kleinen großen Schleife konnten wir bei nun herrlichen Lichtverhältnissen in der Abendsonne die letzten Kilometer nach Erlangen angehen oder -treten, wo wir gegen kurz vor neun Uhr nach 165 Tageskilometern unsere insgesamt genau 300 Kilometer lange Ra(d)hausschleife vollendeten. On a bouclé la boucle (frz. ‚Wir haben den Kreis geschlossen‘).