4. Etappe: Strasbourg – Colmar: vom Rhein zum Wein

Nach einem typisch französischen Frühstück besuchten wir auf Einladung des Präsidenten Martin Schulz das Europaparlament in Strasbourg. Im Plenarsaal bekamen wir Einblicke in die aktuelle Europapolitik und die Zusammensetzung der verschiedenen Fraktionen. Entsetzt stellten wir fest, dass selbst im Europaparlament rechtsextreme Gruppen immer mehr an Überhand gewinnen. Unser politisch engagierter Teilnehmer Fritz Körber empfand es als Irrsinn, dass europafeindliche Parteien über Sitze im Parlament verfügen. Andererseits betonte er, dass eine starke Demokratie solche Kräfte aushalten muss.

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Anschließend führte uns die Strecke etwa 35 Kilometer am Rhein–Rhône–Kanal entlang. Die komplette Radgruppe war von der Artenvielfalt und der Idyllischen Umgebung begeistert. Am Rande des Kanals entdeckten wir außerdem einen verfallenen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, der uns sofort wieder an den tieferen Sinn unserer Friedensfahrt erinnerte.

Im weiteren Verlauf galt es, als ambitionierte Radgruppe den Windschatten des Vordermannes auszunutzen, um schneller nach Sélestat, unserem Zwischenziel, zu gelangen. Wir teilten uns dazu in drei Leistungsgruppen auf, die mit unterschiedlichem Tempo radelten. Bedingt durch die starke Mittagssonne freuten wir uns umso mehr auf das Essen, das sich aufgrund einer Umleitung für einen Teil unserer Gruppe verzögerte. Infolgedessen war ein Zwischenstopp zum Wiederauffüllen der Trinkflaschen notwendig, bei dem ein freundlicher Franzose sieben mal von seiner Gartenpforte zurück in Küche lief, um uns in Karaffen kühles Trinkwasser brachte.

Frisch gestärkt ging es entlang der „Route du Vin“ – einer schönen Radstrecke, die durch die Weinberge des Elsass führt. Auf dem Weg nach Kaysersberg kam uns eine Abkühlung durch einen Wassersprenger sehr gelegen. Dort angekommen setzten wir uns in das Café des ehemaligen Radprofis Hasenforder, dem wir zufällig begegneten. 1953 trug er das gelbe Trikot bei der Tour de France. Daraufhin statteten wir dem Geburtshaus – heutzutage Museum – unseres Namenspatrons Albert Schweitzer einen Besuch ab.

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Schließlich in Colmar angekommen, rundeten wir den erlebnisreichen Tag mit einem gemeinsamen Abendessen und einem anschließenden Stadtrundgang ab.

von Judith Wahl, Emre Yedibela, Christian Reinhardt und Niklas Grüschow