Ein Tag in Limoges

Nach einigen routinierten Griffen am Frühstücksbuffet unseres Hotels machten wir uns auf, um die Stadt Limoges zu besichtigen und kennenzulernen. Nach den großen sportlichen Anstrengungen der letzten Wochen genossen wir die sehr entspannte Rundfahrt in einem kleinen Stadtbesichtigungszug, die uns von der Stadt Limoges spendiert wurde.  
Dabei konnten wir die schönsten Seiten von Limoges entdecken und viel über die Geschichte und Kultur erfahren.

Nach der Sightseeingtour begaben wir uns – nun zu Fuß – auf dem Weg zum Rathaus, wo uns die Tanzgruppe „L’Eglantino Do Lemouzi“, wie auch schon bei unserer Ankunft am Mittwoch im Regionalparament, traditionelle Tänze und Gesänge vorführte.

  
Nach den Worten des Bürgermeisters wurden wir zu einem Apéritif und kleinen liebevoll zubereiteten Häppchen eingeladen. Bevor wir uns wieder auf den Weg zum Hotel machten, schlossen wir das gemeinsame Fest der Freund- und Partnerschaft mit dem im Limousin altbekannten Lied „Turlututu“ ab, zu dem der ganze Rathaussaal, Radfahrer und Gastgeber eingehakt, im Kreis mittanzte.

Den Nachmittag nutzten einige von uns, um Postkarten zu schreiben, gemütlich durch die Einkaufsstraßen zu bummeln oder um sich einfach auch nur im Hotel auszuruhen, bevor es zur größten Aufgabe des Tages kam: 28 Fahrräder und das komplette Gepäck der Mitfahrer mussten in den Anhänger geladen werden. Doch dank der Meisterleistung unserer Logistikgruppe unter der Führung von Tjade, Armando, Christian und Colm schafften wir es mit vereinten Kräften die Drahtesel in Kartons zu packen und das Gepäck so einzuladen, dass sogar noch genug Platz für die zu verstauende große Menge an Schnittresten unserer Kartons vorhanden war. 

  
Nach der letzten großen Hürde der Fahrt gingen wir in ein nahegelegenes Restaurant, um bei einem typisch französischen Drei-Gänge-Menü unsere gelungene Fahrt stilvoll abzurunden.

  
Zwei unserer Mitstreiter waren nach den ereignisreichen Touren der letzten beiden Wochen noch so voller Energie, dass sie eine Abkühlung im Springbrunnen des Parks neben dem Bahnhof suchten.

  
Andere zeigten sich kulturell mehr interessiert und machten einen kleinen nächtlichen Spaziergang um die Kathedrale Saint-Étienne.  

 
Von Juliana Haas, Andrej Froschauer und Christian Reinhardt

Besuch in Oradour – eine emotionale Begegnung mit Robert Hébras

Pünktlich um 9 Uhr erwarteten uns Sportfreunde des Radclubs aus Ambazac, um uns auf dem Rad nach Oradour-sur-Glane zu begleiten. Auf der insgesamt 35 Kilometer langen, relativ hügeligen Strecke, wurden wir außerdem von zwei Polizeiautos eskortiert.

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Im neu aufgebauten Oradour wurden wir zunächst im Rathaus empfangen. Da der ursprüngliche Ort im Zweiten Weltkrieg am 10. Juni 1944 von der SS komplett zerstört worden war, erklärte Charles de Gaulle diese Ruinenlandschaft zum Nationalen Monument. Unmittelbar daneben wurde das oben genannte „neue Oradour“ erbaut. Bei diesem Massaker kamen insgesamt 642 Menschen, darunter 400 Frauen und Kinder, ums Leben. Einer der 6 Überlebenden und heute der letzte Zeitzeuge, Robert Hébras, empfing uns mit dem Vertreter des Bürgermeisters herzlich.

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Nach dem Grußwort des Bürgermeisters und Dankesworten von Herrn Jechnerer übergaben wir unser mühevoll gestaltetes Freundschaftsbuch. Als Anerkennung unserer Leistung wurde uns die goldene Medaille der Stadt Oradour überreicht und Herr Jechnerer durfte sich in das goldene Buch der Stadt eintragen.

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Anschließend tauschten wir mit den Radfahrern aus Ambazac Geschenke aus. Nach diesem feierlichen Moment gingen wir in den Festsaal der Gemeinde, eine umgebaute Mühle an der Glane, wo wir alle zusammen Mittag aßen.

Danach besuchten wir das „Centre de la mémoire“, eine Gedenkstätte direkt vor dem Ruinendorf. Die dortige Ausstellung ermöglichte uns tiefere Einblicke in den historischen Verlauf des Kriegsverbrechens. Währenddessen wurden Léo Preißler-Dugrée und Herr Jechnerer von einer Radioreporterin interviewt. Anschließend betraten wir in Begleitung von Robert Hébras das verwüstete Dorf.

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Seine bewegende Geschichte schilderte er uns während des Ganges durch den Ort des Geschehens. Zutiefst berührt erfuhren wir, wie er im Alter von 19 Jahren dem Hinterhalt der Waffen SS nur knapp entkam. In der Kirche gab er uns einen Einblick in seine Gefühlswelt, als er uns erzählte, dass dieser Ort bei all seinen Besuchen für ihn auch nach vielen Jahrzehnten am schwersten zu ertragen ist, da hier seine Mutter und seine beiden Geschwister auf grausame Weise ums Leben kamen. Er hoffe nur, dass sie möglichst schnell gestorben seien.

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Mit dem darauffolgenden Friedhofsbesuch, der Kranzniederlegung und einer Schweigeminute, erreichten wir den emotionalen Höhepunkt unserer Friedensfahrt. Ein besonderes Privileg wurde uns zuteil, da wir am Denkmal der Martyrer einige vorbereitete Worte an den Kreis der Anwesenden richten durften.

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Wieder zurück am Rathaus warteten bereits neue Begleiter des Radclubs „JA Isle“ auf uns.

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Sie führten uns über kleine Landstraßen zum Rathaus von Isle, wo wir von der Gemeinde zu einem herzhaften „Dîner Campagnard“ eingeladen wurden.

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Kurz vor Einbruch der Dunkelheit machten wir uns auf den endgültig letzten Abschnitt unserer Radtour zu unserem Hotel. Körperlich und emotional erschöpft von diesem ereignisreichem Tag waren wir froh, in unsere frisch bezogenen Betten zu fallen.

von Emre Yedibela und Lukas Hoppe

Etappe 11: Banize – Limoges: Endlich am Ziel?!

Nach einer erholsamen Nacht in der urigen Jugendherberge „Lou Pélélé“ in dem kleinen Dorf Banize in der Creuse begrüßten uns dunkle Wolken am Himmel. Zum ersten Mal!!! auf der gesamten Reise hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter und starteten bei leichtem Nieselregen. Die letzte von 11 Etappen, die uns zu unserem Ziel nach Limoges führen sollte, stand an. Nach einem selbstzubereiteten Frühstück starteten wir gut gestärkt in die ersten 45km. Unsere Strecke führte uns über hügelige Landschaft und so blieben auch die letzten Kilometer anspruchsvoll. Anspruchsvoll gestaltet sich auch die Navigation zur Mittagspause, doch letztendlich sind wir alle munter am ausgemachten Treffpunkt angekommen, wo schon eine Motorradeskorte und eine Radgruppe aus Panazol, einem Vorort von Limoges, auf uns warteten.

Motorradeskorte

Doch nicht nur 4 Sicherheitsmänner auf Motorrädern, die uns die restliche Strecke begleiteten, fanden wir vor, nein, sogar das Fernsehen war sofort an Ort und Stelle, um unsere Ankunft zu filmen. Außerdem wurden einige Friedensfahrer aus der Gruppe interviewt, darunter auch unser Lehrer Christian Jechnerer. Das ganze war am Abend im französischen Fernsehen auf dem Sender France 3 zu sehen.

straße und fahrräder

Wie richtige Radprofis fühlten wir uns auf den letzten Kilometern, mit so viel Aufmerksamkeit von der Presse und auch den Anwohnern, die uns vom Rand der Strecke zujubelten. Auch nette Gespräche mit unseren französischen Radfreunden ließen die letzten 40 km wie im Flug vergehen und der Empfang vor dem Rathaus in Panazol war überragend!

Der Bürgermeister des Ortes empfing uns sehr freundlich mit Gastgeschenken und viele Fotos wurden gemacht, um den Moment festzuhalten. Im Conseil Régional in Limoges

  
wurden wir am Abend auch sehr festlich begrüßt und eine volkstümliche Tanz- und Gesangsgruppe trat nach einer Rede des Bezirkstagspräsidenten, Gérard Vandenbroucke, auf. Sogar unser Lehrer Christian Jechnerer versuchte sich an den anspruchsvollen Tänzen.

Tanz

Das Highlight stellte die Übergabe unseres mühevoll gestalteten Freundschaftsbuches dar, in welchem wir im Vorfeld die Grußworte der 34 Partnergemeinden in Mittelfranken gesammelt haben. Nach leckeren Häppchen konnte jeder das Abendprogramm nach seinen Wünschen gestalten. Nun freuen wir uns auf den Höhepunkt unserer Friedensfahrt morgen, den Besuch und Empfang in Oradour.

Von Sophie Stiehler und Sophie Merz

Etappe 10: Clermont-Ferrand – Banize

Nach einem erholsamen Ruhetag im Home-Dôme machte sich eine kleine Gruppe motivierter Sportler bereits eineinhalb Stunden, um 7:30h, vor der Hauptgruppe auf den Weg nach Banize, da sie zuzüglich zum bevorstehenden Gesamtanstieg von 2100 Höhenmetern den Puy de Dôme mit etwa 700 extra Höhenmetern meistern wollten. Jedoch ist es für Radfahrer und Fußgänger verboten, den Puy de Dôme zu erklimmen.

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So mussten unsere geknickten Sportler die weniger sportliche Zahnradbahn, welche 2008 erneuert wurde, benutzen, um den Gipfel zu erreichen. Das ist doch die Höhe!

Oben angekommen stieg die Laune, trotz acht Grad und eisigen Windes,

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dank der grandiosen Aussicht über die Auvergne.

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Unsere Mittagspause legten wir nach ca. 60 km in Herment, einem malerischen 130 Seelendorf, ein. Dort füllten wir unsere Energiespeicher auf und dehnten neben mancher arg geplagter Wade auch die Pause etwas aus.

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Danach wurde Gruppe eins von einem einheimischen Radfahrer bis zu einer kleinen Kaffeepause in Magnat-l’Étrange begleitet. Unseren stilistisch geschulten Augen entging nicht, dass er mit breiten Knien und einer Frequenz von 68 Umdrehungen pro Minute radelte.

Dort angekommen erzählte uns der 63 jährige, dass er bereits seit 50 Jahren Radfahren würde.

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Auf den letzten 35 hügeligen Kilometern strapazierten wir unser Material zusätzlich auf einer Schotterpiste,

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bevor wir wegen des sich anbahnenden Regens das Tempo erhöhen mussten.

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Ursprünglich hatten wir Bedenken, dass unsere vorletzte Unterkunft „Lou Péléle“ eher Stall als Herberge sein könnte. Der einsetzende Regen auf den letzten Kilometern verschob aber schnell unsere Prioritäten. Am Ende waren wir jedoch positiv überrascht, da wir ein romantisches Bauernhaus für uns alleine hatte und ließen den Tag mit leckeren Nudeln, die von Astrid liebevoll zubereitet wurden, ausklingen.

Ruhetag 2 in Clermont-Ferrand

Nach weiteren fünf anspruchsvollen Etappen freuten sich alle Friedensradler auf den langersehnten Ruhetag am Fuße der Chaîne des Puys. Allein die Aussicht, zwei Nächte in Folge im gleichen Bett verbringen zu können, hatte einen gewissen Erholungswert.

Nachdem alle Gruppen in unserer Auberge, dem sogenannten „Home Dôme“ eingetroffen waren, und die Zimmerverteilung zufriedenstellend geklärt war, stand der eintägigen Pause nichts mehr im Wege.

Die individuelle Tagesgestaltung brachte eine Vielzahl an unterschiedlichen Erlebnissen für den Einzelnen mit sich, die abends untereinander munter ausgetauscht und weitererzählt wurden: Zum Beispiel machte sich eine Erwachsenen-Delegation auf, um den Puy-de-Dôme, dessen Gipfel eindrucksvoll über der Stadt thront, zu bezwingen. Oben mit der Zahnradbahn angekommen, genossen sie den prächtigen Ausblick über die Chaîne-de-Puys, jener Vulkangipfelkette in der Auvergne, die man von den Wasserflaschen eines großen französischen Getränkeherstellers kennt.

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Weitere Gruppen erkundeten die Stadt und somit auch die „Cathédrale Notre-Dame-de-l´Assomption“. Durch ihre einmalige schwarze Farbe, die sie ihrem Baumaterial, dem schwarzen Lavastein zu verdanken hat, ragt sie aus dem Stadtkern in den Himmel empor und ist bereits aus weiter Ferne erkennbar.

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Andere verbrachten ihre Zeit auf dem Place de Jaude, der aufgrund der vielen Läden, Cafés und dem großen Einkaufszentrum das Interesse einiger Radler weckte.

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Michelin, ein großer französischer Reifenhersteller, ist in Clermont-Ferrand beheimatet, und stellt sich in einem großen Museum den Besuchern vor, das von einem Teil der Gruppe besichtigt wurde.

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Einer unserer jüngsten Teilnehmer nahm den Ruhetag wörtlich – er ruhte ungelogen bis 16 Uhr in seinem Bettchen, bevor der Hunger ihn weckte.

Nach unserer unumstößlichen „Wrap-up-Session“ machte sich ein Großteil zum Abendessen in eine nahegelegene Pizzeria auf oder ließ sich vom abendlichen Flair Clermont-Ferrands verzaubern.

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von Steffen Lochner und Patrick Kral

Etappe 9: Roanne – Clermont-Ferrand: Französisches Baguette trifft fränkische Bratwurst

Nach einem formidablen Frühstück starteten wir die 9. Etappe von Roanne in der Bourgogne nach Clermont-Ferrand in der Auvergne. Nach 10 Minuten auf flachem Terrain waren wir am Fuße des „La Croix Trevingt“ angekommen. Gut vorbereitet durch unsere Kletterpartie in den Vogesen erklommen wir die 17 km lange Steigung mit durchschnittlich 5% im Handstreich.

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Kurz vor Saint-Priest-la-Prugne erreichten wir den höchsten Punkt der heutigen Etappe mit 1081m ü. NN. Unsere Mühen wurden prompt belohnt: es folgte eine rasante Abfahrt kurz vor der Grenze zur Auvergne.

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In Saint-Victor-Montvianieux erwartete uns unser bewährtes Betreuerteam, heute zahlenmäßig in Rekordstärke, da manch einem die Strapazen der letzten Tage auf Material und Körper geschlagen hatten. Auf unserem Buffettisch spiegelte sich eine kulinarische Besonderheit unserer Fahrt wieder: französisches Baguette trifft fränkische Dosenwurst.

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Frisch gestärkt und guter Dinge rollten wir alle über die ein oder andere Welle Richtung Clermont-Ferrand, immer im Blick die imposante Kulisse der Chaîne des Puys.

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Alle? Nein! Die erste Gruppe hatte den vereinbarten Verpflegungsort bereits passiert und beschloss, auch noch die letzten 40km mit der Kraft der Energieriegel aus den Rückentaschen der Trikots zu bewältigen.

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Inmitten dieser Bergkette befindet sich der Puy de Dôme, ein inaktiver 1465 hoher Vulkan, der zudem das Wahrzeichen der Auvergne ist.

In Clermont-Ferrand angekommen stürmte die Gruppe, die das Mittagessen verpasst hatte, den ersten Dönerladen. Hunger ist der beste Koch…

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Erschöpft aber glücklich erreichten wir alle unser Etappenziel am Fuße des Puy de Dôme. Mensch und Material freuen sich nun auf den zweiten Ruhetag.

Etappe 8: Chalon-sur-Saône – Roanne: mit Schwung durch die Bourgogne

Die achte Etappe führte uns von Chalon-sur-Saône über Cluny nach Roanne. Uns erwarteten 1463 Höhenmeter auf 141 Kilometer verteilt. Die ersten 50 km waren sehr entspannt, da die Strecke auf der „voie verte“, einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, entlang führte und somit kaum Höhenmeter beinhaltete.

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Da die Strecke nicht so anspruchsvoll war, hatten wir Zeit die schönen Weinberge der Bourgogne zu betrachten. Dank des guten Gespürs der Begleitfahrzeuge für idyllische Picknickplätze, konnten wir die Mittagspause am Ufer der Grosne in Cluny genießen.

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Wir alle freuten uns, dass das Unterstützungsteam aus den Begleitfahrzeugen das Essen nicht allzu baguettelastig gestaltete J . Mit vollen Bäuchen brachen wir wieder auf, um die Altstadt von Cluny zu erkunden. Nach dem obligatorischen Fototermin vor der weltbekannten Abtei erzählte uns Eugen Pfersich mehr über die Zentrale Rolle Clunys während des Mittelalters und die Ausbreitung des Zisterzienser-Ordens, sogar bis in das fränkische Ebrach.

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Da es uns so gut gefiel, drehten wir noch ein paar Runden durch die Altstadt, machten noch ein paar Fotos, bevor wir den längeren und anspruchsvolleren Teil der Tagesetappe antraten. Nach etwa 15 weiteren Kilometern erreichten wir den „Anstieg des Tages“ über 300 Höhenmeter nach Montmelard, den jeder in seinem Tempo erklomm. Oben angekommen, wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Hügellandschaft der Bourgogne und einer rasanten Abfahrt belohnt.

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Rasant ging es gleichzeitig bei der Tour de France zu, welche einige von uns in einem Restaurant in Montmelard mitverfolgten.

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Auf unsere Nachfrage hin brachte der Wirt den Fernseher aus seinem Haus über die Straße in die Gaststube. Dort lernten wir auch eine alte Dame kennen, die von ihrem Mann erzählte, der nach dem 2. Weltkrieg in Dortmund stationiert war. Sie war sehr angetan von der Botschaft unserer Friedensfahrt, was uns für die restlichen Kilometer des Tages neue Kraft gab. Diese brauchten wir umso mehr, da es bis zu unserem Tagesziel Roanne in der Auvergne noch einige Höhenmeter zu bewältigen galt.

Etappe 7: Besançon – Chalon sur Saône: Natur und Kultur

Nach einem kleinen Frühstück im Freien auf unserem Campingplatz machten wir uns auf zur 7. Etappe nach Chalon sur Saône. Den Doubs entlang radelten wir durch die frische Morgenluft, um die historische Altstadt Besançons und die über ihr thronende Zitadelle zu bewundern.

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Danach bahnten wir uns den Weg durch einen Wassertunnel unter der Festung, der uns aus er Stadt führte. Richtung Süd-Westen kreiselten wir im lockeren Tempo bis zum nächsten kulturellen Highlight: Montbéliard, auch bekannt als Mömpelgard, da die Stadt bis 1803 eine Enklave des Herzogtums Württemberg war. Über dem Stadtzentrum erhob sich eine würdevolle Burg, das „Château des Ducs de Wurtemberg“. Nach einem obligatorischen Gruppenbild verließen wir diese Festung deutsch-französischer Geschichte. Auf flachem Gelände durchquerten wir weiter das französische Jura mit seinem charakteristischen Kalksandstein,

bis wir die Stadt Dôle erreichen.

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Das 20.000-Einwohner Städtchen beschwingte mit seinen pittoresken Fassaden unsere Sinne. Beflügelt von den gesammelten Eindrücken legten wir in Windeseile die letzten 15 km vor der wohlverdienten

Pause zurück,

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um mit liebevoll zubereiteten Baguettes empfangen zu werden. Wieder einmal wuchs das Team aus dem Begleitfahrzeug über sich hinaus. Danke dafür! Gut gestärkt machten wir uns auf, das letzte Teilstück der Etappe zu „erfahren“. Durch die Region La Franche-Comté ging es weiter zu unserem Zielort Chalon sur Saône. Beim Durchqueren der Innenstadt herrschte reges Treiben, da das Wochenende von dem Straßenkünstlerfest Chalon dans la rue dominiert wurde.

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So machten sich einige Gruppen zum Abendessen auch auf in das Zentrum während andere ein näher gelegenes Steakhaus aufsuchten und die laue Sommernacht genossen.

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von Steffen Lochner und Deniz Daum

Etappe 6: Belfort – Besançon: Alles fließt

Mit einer Verspätung von knapp einer halben Stunde machten wir uns um 9.30 Uhr auf den Weg nach Besançon.

Im weiteren Streckenverlauf verbrachten wir einen Großteil unserer Zeit am Kanal, wodurch die Etappe durch die resultierende geringe Anzahl der Höhenmeter vereinfacht wurde.

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Während wir aufgrund des vierten Platten des Tages

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in ein kleines Lokal am Kanal einkehrten, guckten wir die letzten Kilometer der 18. Etappe der Tour de France.

In Besançon, genauer auf dem Campingplatz angekommen, zogen wir uns zu einer kleinen Verschnaufpause in unsere sechs Bungalows zurück. Nach dieser Pause wollten alle nur noch eins: In das anliegende Freibad gehen.

Jedoch gab es Problem, da man in Frankreich nur mit eng anliegender Badebekleidung das Schwimmbad betreten darf. Daraufhin musste ein Teil der Friedensfahrer unfreiwillig umkehren.

Anschließend forderten wir eine Gruppe französischer Jugendlicher zu einem Fußballduell auf, welches wir leider 1:2 verloren haben. Jedoch war es eine faire, ausgeglichene und spannende Partie, bei welcher wir neue Freundschaften knüpfen konnten.

Der sportliche Tag wurde durch ein verspätetes, jedoch köstliches Grillfest abgerundet, sodass niemand hungrig ins Bett musste.

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von Colm Parsons und Max Jacobs

Etappe 5: Colmar – Belfort: Auf den Spuren der deutsch-französischen Ex-Feindschaften

Heiße Schlafräume und ein verlorener Zimmerschlüssel, der noch vor der Abfahrt gefunden werden musste – das kostete uns schon Kraft vor der „Königsetappe“. Dementsprechend unausgeschlafen ging es bereits um acht Uhr auf die Räder, um die 2400 Höhenmeter und 145 Kilometer in Angriff zu nehmen.

Trotz all dieser Schwierigkeiten machte sich ein Großteil unserer Truppe auf den Weg hoch in die Vogesen. Schon nach den ersten Kilometern durch die idyllischen Weinberge des Elsass waren die Kalorien des Frühstücks verbrannt. Plötzlich bauten sich die Vogesen vor uns auf und die Anspannung wuchs, wie wir diese Herausforderung von 1020 Metern Anstieg meistern würden. Als unser jüngster Mitstreiter nach 400 bereits überwundenen Höhenmetern fragte, wann denn nun der Anstieg beginnen würde, wussten wir, dass wir gut vorbereitet in diese Tour gegangen waren. Oben angekommen erholten wir uns bei einer Tasse Kaffee und Verpflegung aus dem Begleitfahrzeug.

Die restlichen Teilnehmer bevorzugten die Alternativroute entlang des „Canal de l’Ill“. Im Gegensatz zu den Anstrengungen in den Bergen kämpften sich die „Alternativler“ durch die verwinkelten Gassen und zahlreichen Einbahnstraßen Colmars hin zum Kanal. Dort erwartete sie ein gut ausgebauter Radweg, der sie zu einem schattigen Plätzchen an einem Wasserturm führte.

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Mit brennenden Oberschenkeln erreichten wir die Höhe der Vogesen auf 1223 Metern. Dort fuhren wir dann die Route des Crêtes, eine ursprüngliche Militärstraße, ab. Am Schlachtfeld des „Col du Linge“ waren wir besonders betroffen, als wir unzählige Gräber fanden, auf denen der 22.07.1915 als Todestag markiert war, auf den Tag genau 100 Jahre vor unserem Besuch.

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Leider konnten wir die schönen Ausblicke nicht ausgiebig genießen, da sich über uns dunkle Gewitterwolken auftürmten. Deshalb mussten wir nach gut der Hälfte der Route des Crêtes in einem Restaurant Zuflucht suchen. Erschöpft gingen wir den letzten, bergabwärts verlaufenden Abschnitt der Strecke an. Über viele Serpentinen und teils verschmutze Straßen meisterten wir die Abfahrt ohne Stürze – lediglich ein platter Reifen hinderte uns kurzzeitig am Weiterfahren.

Den Abschluss der Route des Crêtes bildete der Soldatenfriedhof am Hartmannsweilerkopf, wo wir der allein dort  30.000 gefallenen deutschen und französischen Soldaten im ersten Weltkrieg gedachten.

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Wohlauf, aber erschöpft, kamen beide Gruppen an unserem Hotel an, wo wir mit einer wohltuenden Dusche  Staub und Schweiß, verbunden mit Sonnencreme, abwaschen könnten, um dann gemeinsam zu picknicken. Nach einem kurzem Regenschauer hatte sich die Luft so abgekühlt, dass wir erholsamen Schlaf fanden.

von Felix Deinlein und Emre Yedibela

Ruhetag in Colmar

Unseren ersten wohlverdienten Ruhetag in Colmar nutzten wir, um nach einer Lagebesprechung unsere treuen Vélos intensiv zu pflegen, wobei uns Armando Furio mit Rad und Tat zur Seite stand.

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Im weiteren Verlauf des Tages teilte sich unsere Gruppe auf: die einen sonnten sich im Freibad, die anderen am Badesee, wiederum andere erfrischten sich im Brunnen. Gerade nach den vergangenen vier heißen und anstrengenden Tagen auf dem Fahrrad, war jegliches kühle Nass eine willkommene Abwechslung. Sie alle konnten dabei ihre radfahrertypischen streifenhörnchenartigen Bräunungsmuster entschärfen. Auch die Kultur blieb nicht auf der Strecke. Die Wissensdurstigen besichtigten bei knapp 40 Grad die Sehenswürdigkeiten Colmars, wie zum Beispiel den Isenheimer Altar.

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Nachdem der Nachmittag nicht gemeinsam verbracht wurde, trafen wir uns um 18:30 Uhr im Garten der Jugendherberge, um die kommende Etappe vor zu besprechen. Mit der Route des Crêtes hoch oben auf dem Kamm der Vogesen stand die Königsetappe mit knapp 2500 Höhenmetern bevor.

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von Léo Preißler-Dugré und Sophie Merz

4. Etappe: Strasbourg – Colmar: vom Rhein zum Wein

Nach einem typisch französischen Frühstück besuchten wir auf Einladung des Präsidenten Martin Schulz das Europaparlament in Strasbourg. Im Plenarsaal bekamen wir Einblicke in die aktuelle Europapolitik und die Zusammensetzung der verschiedenen Fraktionen. Entsetzt stellten wir fest, dass selbst im Europaparlament rechtsextreme Gruppen immer mehr an Überhand gewinnen. Unser politisch engagierter Teilnehmer Fritz Körber empfand es als Irrsinn, dass europafeindliche Parteien über Sitze im Parlament verfügen. Andererseits betonte er, dass eine starke Demokratie solche Kräfte aushalten muss.

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Anschließend führte uns die Strecke etwa 35 Kilometer am Rhein–Rhône–Kanal entlang. Die komplette Radgruppe war von der Artenvielfalt und der Idyllischen Umgebung begeistert. Am Rande des Kanals entdeckten wir außerdem einen verfallenen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, der uns sofort wieder an den tieferen Sinn unserer Friedensfahrt erinnerte.

Im weiteren Verlauf galt es, als ambitionierte Radgruppe den Windschatten des Vordermannes auszunutzen, um schneller nach Sélestat, unserem Zwischenziel, zu gelangen. Wir teilten uns dazu in drei Leistungsgruppen auf, die mit unterschiedlichem Tempo radelten. Bedingt durch die starke Mittagssonne freuten wir uns umso mehr auf das Essen, das sich aufgrund einer Umleitung für einen Teil unserer Gruppe verzögerte. Infolgedessen war ein Zwischenstopp zum Wiederauffüllen der Trinkflaschen notwendig, bei dem ein freundlicher Franzose sieben mal von seiner Gartenpforte zurück in Küche lief, um uns in Karaffen kühles Trinkwasser brachte.

Frisch gestärkt ging es entlang der „Route du Vin“ – einer schönen Radstrecke, die durch die Weinberge des Elsass führt. Auf dem Weg nach Kaysersberg kam uns eine Abkühlung durch einen Wassersprenger sehr gelegen. Dort angekommen setzten wir uns in das Café des ehemaligen Radprofis Hasenforder, dem wir zufällig begegneten. 1953 trug er das gelbe Trikot bei der Tour de France. Daraufhin statteten wir dem Geburtshaus – heutzutage Museum – unseres Namenspatrons Albert Schweitzer einen Besuch ab.

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Schließlich in Colmar angekommen, rundeten wir den erlebnisreichen Tag mit einem gemeinsamen Abendessen und einem anschließenden Stadtrundgang ab.

von Judith Wahl, Emre Yedibela, Christian Reinhardt und Niklas Grüschow

3. Etappe: Pforzheim – Strasbourg: über den Rhein, weg von daheim – Ein Vorgeschmack auf die Königsetappe

Nachdem wir wegen eines Gewitters unsere Abfahrt auf 10:00 Uhr verschoben hatten, machten sich die Gruppen 3, 2 und 1 und auf den Weg Richtung Strasbourg. Die erste Hälfte der Etappe führte uns über den nördlichen Rand des Schwarzwaldes. Dabei sollten wir auf einem fünf Kilometer langen Anstieg über 200 Höhenmeter einen ersten Vorgeschmack auf die Vogesen bekommen. Auf den letzten 500 Metern des Anstiegs durften die Mitglieder der Gruppe 2 ihre Kräfte messen, wobei sich einer unserer Jüngsten trotz nicht vorhandener Klickpedale und ohne jegliche Eingewöhnungszeit auf seinem im Poststreik hängengebliebenen Rennrad gegen die anderen Bergziegen durchsetzte. Während des Anstieges passierten wir den Ort Völkersbach, der mit 613 m.ü.NN. den höchsten Ort des Landkreises Karlsruhe darstellt.
Am Ende dieses anstrengenden Streckenabschnitts wurden wir mit einer herrlich rasanten Abfahrt belohnt.
Die erste Hälfte der Etappe, die den Großteil der Höhenmeter beinhaltete, endete mit der heiß ersehnten Mittagspause auf einer Grünfläche vor dem Hauptbahnhof Baden-Baden im Stadtteil Oos.
Gestärkt und gut gelaunt machten wir uns weiter auf den Weg nach Strasbourg. Während sich Gruppe 1 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h fortbewegte, schlossen sich die zwei anderen Gruppen zusammen, um gemeinsam in einem nahe gelegenen Baggersee zu baden. Nach dieser Erfrischung im kühlen Nass ging es weiter in Richtung Strasbourg.

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Während des zweiten Streckenabschnitts erschwerte starker Gegenwind das zügige Vorankommen. Die erste Gruppe kreiselte routiniert gegen den Wind an und war schon bald am Ziel angekommen. Die anderen beiden Gruppen kamen etwas später, dafür aber nicht salzverkrustet in der Jugendherberge in der Nähe der Europabrücke an.

Dabei wurde die bekannte Europabrücke passiert und ebenfalls als Fotokulisse verwendet.

Am Abend hatten wir das Glück eine Licht- und Toninstallation an der Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg bewundern zu können.

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Manche unserer wagemutigen Friedensfahrer ließen sich von einem Hypnotiseur in seinen Bann ziehen.

von Elias Greil und Holger Wislicenus

2. Etappe: Dinkelsbühl – Pforzheim

Gestärkt vom ritterlichen Frühstück auf Burg Rechenberg sattelten wir unsere Rösser und starteten unseren Ritt gen Pforzheim. Schon die ersten Kilometer ließen beim Anblick der Schwäbischen Alb mit ihren kleinen Landstraßen unsere Radlerherzen höher und schneller schlagen. Sogar so schnell, dass die erste Gruppe schon um halb 12 am ursprünglich auserkorenen Ort für Speis und Trank ankam und voller Elan beschloss diesen auf Kilometer 80 von insgesamt 140 zu verlegen. Sehnsüchtig erhofften wir zeitig unsere Begleitfahrzeuge zu erreichen, da sich vor uns eine dunkle Wolkenfront auftürmte.

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Doch beim Blick auf das Navigationssystem stellte sich heraus, dass unser Zwischenziel, Bissingen, noch weit entfernt war, obwohl wir unseren achtzigsten Kilometer bereits passiert hatten. Nach 100 Kilometern war es dann endlich soweit: wir wurden mit einem liebevoll zubereiteten Buffet im Regen empfangen und konnten unseren Hunger stillen. Nach und nach trudelten die restlichen beiden Gruppen ein und wurden von unseren fleißigen Helfern aus den Begleitfahrzeugen tatkräftig umsorgt.

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Frisch gestärkt machten wir uns auf die letzten 40 Kilometer über Mühlacker nach Pforzheim. Zum Glück verzog sich der Regen und blauer Himmel kam zum Vorschein, sodass wir im Sonnenschein die Enz bis zur Jugendherberge entlangradeln konnten. Als der Regen blauem Himmel wich, ließen wir es uns bei süßem Flammkuchen gutgehen, bevor wir die letzten Kilometer an der Enz zur Jugendherberge entlangradelten.

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Beim gemütlichen Zusammensitzen im Innenhof der Burg schrieben wir diesen Artikel, tauschten unsere vielen atemberaubende Eindrücke des Tages aus und ließen den Abend mit Pizza ausklingen. Erschöpft von der heutigen Etappe fielen wir ins Bett und lauschten der Enz.

von Katja Löwenstein und Andrej Froschauer

1. Etappe: Erlangen – Dinkelsbühl: Heißer Ritt zur Ritterburg

Vorfreude, Aufregung, Applaus… Einfach überwältigend war der Auftakt zu unserer Friedensfahrt.

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Pünktlich um 9:30h verließen wir unter den Augen der Schulgemeinschaft das ASG. Die erste Prüfung wartete jedoch bereits nach 5km auf uns: Ein platter Reifen musste gewechselt werden. Nach einer kurzen Unterbrechung und einigen routinierten Handgriffen konnten wir die Fahrt Richtung Ansbach über Cadolzburg fortsetzen. Aufgeteilt in 3 Gruppen galt es, das wellige Terrain zu bewältigen.

Nach einem kurzen Gruppenfoto vor dem Ansbacher Schloss, der Markgrafenresidenz, wurden wir im Bezirksrathaus der Hauptstadt Mittelfrankens zu einem üppigen Mittagessen empfangen.

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Passend zum Höhepunkt unserer Reise, die in einer Begegnung mit Robert Hébras gipfeln soll, war es uns allen eine große Ehre, ihn schon zum Auftakt unserer Tour im Bezirksrathaus kennenlernen zu dürfen. Groß war auch die Überraschung, als wir von den radelnden Römern des brüderlichen P-Seminars des Gymnasiums Carolinum aus Ansbach ein Willkommensständchen geboten bekamen. Da sie vor einer in 6 Tagen startenden Alpenüberquerung auf der Via Claudia Augusta stehen, bot es sich an, dass wir die nächsten Kilometer bis Herrieden gemeinsam zurücklegten.

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Wieder in den ursprünglichen Gruppen, setzten wir unseren Weg Richtung Dinkelsbühl fort. Überwältigt vom Anblick der historischen Fachwerkhäuser stellten wir uns ebenfalls der Herausforderung des Kopfsteinpflasters in der Altstadt.

Selbst die andauernde Hitze konnte uns auf dem letzten Teilstück zur Jugendherberge Burg Rechenberg nicht aufhalten. Nach einem kleinen Badeausflug am hauseigenen See, lassen wir nun den Abend frisch geduscht und gestärkt vom Abendessen ausklingen und schreiben bei gemütlichem Beisammensein diesen Blog.

von Deniz Daum, Steffen Lochner und Niklas Grüschow

Sponsorenparade: Von Muskeln, Zahlen und Malern

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei all unseren Freunden und Förderern bedanken. Ob sie nun für jedermann deutlich auf dem Trikot erkennbar oder uns still im Hintergrund unterstützen, ohne solchen Rückenwind könnten wir unsere Friedensfahrt nicht in dieser Form angehen.

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Dass wir mit der SBK einen Unterstützer für uns gewinnen konnten, der sich stark für den Radsport einsetzt und als Gesundheitskasse sehr die Erhaltung der Gesundheit im Augenmerk hat, freut uns besonders. Interessiert folgten wir den Ausführungen von Herrn Wild, der uns die SBK vorstellte und für den Einen oder Anderen vielleicht sogar Perspektiven für die Zeit nach dem Abitur eröffnete. Ganz besonders möchten wir uns für die Geschenktasche mit äußerst nützlichen Utensilien für unsere Tour bedanken!

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Aus einer ganz anderen Perspektive betrachteten wir das Gesundheitswesen bei unserem Förderer, dem Physiotherapeuten Dominik Karl. Dass man an seiner Physis nicht nur vornüber gebeugt auf dem Rad, sondernd eher vorbeugend auch im toll ausgestatteten Trainingsraum bei Dominik arbeiten kann, war leicht am schweren Gerät zu erkennen.

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Für die sanfteren Einheiten begibt man sich in den Behandlungsraum nebenan. Wie sehr sich bald so mancher Muskel nach den pflegenden Händen eines Physiotherapeuten sehnen wird? Wir werden es bald wissen.

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Mit Malermeister Gehringer in Büchenbach haben wir einen Farbspezialisten für sämtliche Oberflächen auf unseren Trikots stehen. Den naheliegenden Gedanken, schnell noch unseren Rädern in blau-weiß-roten Teamfarben zu neuem Glanz zu verhelfen, wehrte er jedoch lächelnd ab.

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Tour der Ra(d)häuser, Etappe 14: Die Hitzeschlacht von Heilsbronn

Eine Woche lang konnten oder mussten die Friedensfahrer ihre treuen Drahtesel in die Ecke stellen, um in allen Ecken Europas auf Studienfahrt zu gehen. Istanbul, Rom, Nizza, Livorno und Verona standen auf dem Programm. Besonders bewegungshungrige machten sich am Tag nach unserer großen Rathausrunde sogar auf, um die Alpen in einer mehrtägigen Tour nicht pedalierend, sondern per Pedes zu überqueren.

Auch wenn noch nicht alle Studienfahrer von ihren jeweiligen Reisezielen zurückgekehrt waren, setzten wir unsere Rathaustour fort und erprobten auf dem Weg nach Heilsbronn bereits Abschnitte der ersten Etappe der großen Fahrt, die wir schon in Wochenfrist angehen werden.

Bei glühender Hitze hieß es regelmäßig zu trinken. Der eine oder andere Wasserschwall aus der Trinkflasche über Kopf und Beine sorgte bei Temperaturen von über 40 Grad im Schatten zusammen mit dem Fahrtwind für die nötige Abkühlung. Die sich abzeichnenden Salzränder auf unserer Radkleidung oder auf den Gesichtern zeugten vom großen Mineral- und Flüssigkeitsverlust. Wollten wir unser heutiges Ziel Heilsbronn pünktlich erreichen, mussten wir kühlen Kopf bewahren, konnten aber nicht vermeiden, dass wir Herrn Bgm. Pfeiffer etwas „hitzköpfig“ gegenübertraten.
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Mit dem Glockenschlag erreichten wir die Partnergemeinde von Objat, und konnten uns im klimatisierten Ratssaal erfrischen. Als uns Bgm. Pfeiffer in die uns wohlbekannte Eisdiele einlud, waren die Mühen schnell vergessen. Passend zur Hitze wählten wir auf dem Weg dorthin den Dreischalenbrunnen im ehemaligen Kreuzgang des Klosters. Er erinnert an den ursprünglichen Bleibrunnen, der durch Tillys Truppen 1631 zerstört und in Kanonenkugeln umgewandelt worden sei. Noch heute befindet er sich im Stadtwappen.

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Wir bevorzugten einige Kugeln Eis und tauschten uns ausgiebig über die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft aus. Dabei war zu erkennen, dass sie für Bgm. Pfeiffer eine wahre Herzensangelegenheit ist, wie ein genauer Blick auf das Stadtwappen schon vermuten lässt.
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Tour der Ra(d)häuser, Etappe 13 / La petite grande boucle / Teil 3

Gleich am Ortsrand von Schillingsfürst mussten wir den ersten Stopp einlegen – zu schön war der Fernblick über das Altmühltal, das sich zu unseren Füßen erstreckte. Am Horizont konnten wir sogar schon das Wahrzeichen unseres nächsten Etappenziels ausmachen: die Burg von Colmberg. Nach einer rasanten Abfahrt ging es mit viel Rückenwind über kleine Nebenstraßen durch die westmittelfränkische Landschaft. Hier muss wohl der Ausdruck „Romantisches Franken“ entstanden sein.

In Colmberg erwartete uns neben Bürgermeister Kieslinger eine kleine Gruppe Franzosen aus Aubazine, der Partnergemeinde im Limousin. Wir tauschten uns kurz aus, folgten Bürgermeister Kieslingers Ansprache, die von Frau Féja von der Bezirksverwaltung in Ansbach ins Französische gedolmetscht wurde und erfreuten uns am Buffet, das für uns vorbereitet worden war. Vielen Dank bei allen helfenden Händen, die uns diese guttuende Pause ermöglicht haben. Auch bei Frau Féja bedanken wir uns an dieser Stelle für ihre Unterstützung bei der Ausarbeitung unseres Besuchs- und Begegnungsprogramms in Limoges.
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Ein weiteres Steinchen wurde uns nur einen Steinwurf weiter im wenige Kilometer entfernten Flachslanden aus den Händen von Bürgermeister Hans Henninger und der Vorsitzenden des Freundschaftskomitees, Nicole Guggenberger, übergeben. Zuvor konnten wir den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, den wir uns gleich beim Anstieg in Colmberg vorbei an der Burg nach Berndorf eingehandelt hatten. Vielen Dank für diese Stärkung! In Colmberg trat Wolf Dieter Enser den Heimweg nach Bad Windsheim an, während die Anfangsformation erneut mit bangem Blick gen Himmel und der noch sehr frischen Begegnung mit den Elementen im Gedächtnis den Weg nach Dietenhofen antrat. Wir ahnten, dass unsere große Schleife noch nicht ganz in trockenen Tüchern war. So kam es wie es kommen sollte. Die schwarzen Gewitterwolken im Nacken, den wir tief über die Lenker gebeugt hatten, versuchten wir, noch vor dem uns jagenden Regenguss in Dietenhofen bei Bürgermeister Erdel einzutreffen, was uns auch nahezu gelang.
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Den letzten Kilometer legten wir fast im Sprint zurück und konnten im Schutze der Rathauskolonnaden den nun losstürmenden Gewitterregen auslachen, zusammen mit Rüdiger Endlich, der uns aus Erlangen entgegen geradelt war. Mit Hilfe von Bürgermeister Henninger aus Flachslanden gelang es uns dann auch Dietenhofens Rathauschef zu erreichen, der schon fast auf dem Weg zu einem weiteren Termin ausgerechnet am Hesselberg war. So schließen sich Kreise. Vor der Übergabe des Grußwortes konnten wir uns ein letztes Mal an bereitgestellten Getränken bedienen, darunter mit „Club Mate“ ein absolutes In-Getränk selbst in der Bundeshauptstadt, dessen Mixtur in Dietenhofen ersonnen wurde, wie uns erläutert wurde.
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Nach diesem letzten Handschlag auf unserer kleinen großen Schleife konnten wir bei nun herrlichen Lichtverhältnissen in der Abendsonne die letzten Kilometer nach Erlangen angehen oder -treten, wo wir gegen kurz vor neun Uhr nach 165 Tageskilometern unsere insgesamt genau 300 Kilometer lange Ra(d)hausschleife vollendeten. On a bouclé la boucle (frz. ‚Wir haben den Kreis geschlossen‘).

Tour der Ra(d)häuser, Etappe 13 / La petite grande boucle, Teil 2

Das Zusammenspiel von reich gedecktem Frühstückstisch und nasskalten Witterungsverhältnissen, vielleicht auch die Kilometerleistung des Vortages, ließen unsere Friedensfahrer nur zögerlich zu ihren sicher in der Garage wartenden Drahteseln gehen. Doch sollten wir neben dem Bürgermeister auf zwei Radler unserer Gruppe in Wassertrüdingen treffen, die zunächst per Bahn bis Ansbach und dann mit dem Rad zu uns stoßen wollten. Noch ein schnelles Abschiedsfoto mit unserer Gastgeberin Frau Wagner und schon waren wir wieder ‚en route‘. Die zwölf flachen Kilometer bei leichtem Nieselwetter wollten wir zügig zurücklegen, doch schon bald wurde ein Geldbeutel vermisst. Zum Umkehren war es zu spät und wir setzten nach kurzer Beratung die Reise fort, nur, um wenige hundert Meter später von einer verhedderten Kette ausgebremst zu werden. Erneut verstrich wertvolle Zeit, Finger und Himmel wurden schwarz. In Wassertrüdingen erwartete uns ’nur‘ Bürgermeister Babel, nicht aber unsere beiden Mitstreiter, die wohl das warme Federbett dem harten Radsattel für diesen Tag den Vorzug gegeben hatten.
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Bei einsetzendem Regen verließen wir die Wörnitzstadt Richtung Aufkirchen. Gerne hätten wir es den Profis der letzten Deutschlandtour gleichgetan, die 2008 dem Gipfel des Hesselbergs im Kampf um die Punkte entgegen flogen, doch widerstanden wir dieser sportlichen Herausforderung genauso wie dem Bier, das uns in Aufkirchen von fleißigen Händen angeboten wurde, die dabei waren, ein Dorffest vorzubereiten. So blickten wir nur kurz nach Norden, wo sich der Hesselberg vor der dunklen Schlechtwetterfront gewaltig in Szene setzte. Weiter ging es vorbei am Limeseum in Ruffenhoffen, dem wir auch nur einen kurzen Blick widmen konnten, bevor uns nun stark einsetzender Regen aus der Bewunderung der schönen Kulturlandschaft riss und wir uns dem elementaren Ziel unterordneten, nur einigermaßen trocken in Schopfloch an die Rathauspforte von Bürgermeister Czech klopfen zu können. Leider gingen wir mit diesem Wunsch baden, waren wir doch binnen weniger Augenblicke vollkommen durchnässt und das Wasser rann uns aus den Schuhen. Als wir dann mit gehöriger Verspätung in Schopfloch ankamen, war das Rathaus verwaist und wir standen wie begossene Pudel da. Vielleicht konnten wir das Gemeindeoberhaupt daheim antreffen? In unserer Not klingelten wir dann schon recht durchgefroren bei Familie Czech und mussten erfahren, dass das Familienoberhaupt zwar auf unseren Besuch eingestellt, jedoch nicht mehr aufzufinden war. Sollten wir die Serie unserer Übergabefotos nicht vollenden können? Die Not war groß. Doch waren wir mit Frau Czech und ihrer Tochter auf zwei engelsgleiche Wesen gestoßen, die sich rührend unser annahmen. Ohne Rücksicht auf die Pfützen, die sich unter unseren Füßen bildeten, wurden wir ins Haus gebeten, mit Handtüchern versorgt, ja sogar das Badezimmer
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durften wir verwenden, um mit dem Fön zu trocknen und zu wärmen, was uns am dringlichsten schien. Sehr zu unserer Freude kehrte Herr Czech dann auch zurück und zeigte sich angesichts der veränderten Wohnsituation recht gelassen, ja sogar amüsiert. Als die Regenwolken blauem Himmel wichen, wurden unsere triefnassen Klamotten auf die Wäschespinne gehängt und wir armen Tröpfe mit einer herzhaften Brotzeit verwöhnt. Einer unserer jungen Radler kommentierte die Situation treffend, als er meinte, man müsse dem „Unglück“ in mehrfacher Hinsicht dankbar sein. Es ermögliche intensivere Erfahrungen und schweiße ein Gruppe fest zusammen. Das zuvor bei wirklich trüben Aussichten kein Jammern zu vernehmen war, spricht für den Charakter der Teilnehmer. Chapeau! Bei allem Ungemach, das wir der Familie Czech bereitet haben, wofür wir uns auch an dieser Stelle entschuldigen, werden sie sicherlich genauso wie Familie Wagner aus Oettingen ein wiederkehrender Bestandteil unserer Erzählungen sein. Dass wir mit dem „Schoufet“ von Schopfloch, so die lachoudische Bezeichnung für „Bürgermeister“, einen wahren Experten dieser Sprachinsel vor uns hatten, konnten wir beim Essen feststellen, als uns einige Kostproben des Lachoudischen gegeben wurden. In jeder Hinsicht war unser überfallartiger Besuch in Schopfloch ein verbindendes Erlebnis.
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Frisch getrocknet und gestärkt galt es nun, den durcheinander gewirbelten Zeitplan zu reorganisieren. Inzwischen war unser Teamkollege Wolf Dieter Enser bei widrigen Verhältnissen in Bad Windsheim aufgebrochen und bereits zum vereinbarten Zeitpunkt in Schillingsfürst eingetroffen, der Stadt, die eine besondere Beziehung zu einem im örtlichen Volksmund „Stupfel“ genannten Tierchen pflegt. Er konnte Bürgermeister Trzypinski von unserem Verzug in Kenntnis setzen, wie auch die Bürgermeister, die wir auf unserem weiteren Rückweg nach Erlangen besuchen wollten, was uns eine große Hilfe war. Offenbar hatte er darüber hinaus noch zusätzlich seine Kontakte aktiviert, da just in dem Moment, als wir uns für das Übergabefoto aufstellten,
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eine dunkle Limousine vorfuhr, welcher Bezirkstagspräsident Richard Bartsch entstieg und uns zusammen mit Herrn Bürgermeister Trzypinski das Schillingsfürster Grußwort mit auf die Reise gab. Eine gelungene Überraschung!
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Doch was wäre ein Besuch Schillingsfürsts ohne zumindest vor den Toren des Sitzes des deutschen Hochadels Hohenlohe-Schillingsfürst gestanden zu sein? Die Zeit musste sein, schließlich wollen wir ja mehr als nur von A Nacht B zu radeln.

Fortsetzung folgt…

Tour der Ra(d)häuser: Etappen 12 und 13 oder: La petite grande boucle, Teil 1

Die große Schleife, wie die Tour de France auch gerne genannt wird, haben wir im mittelfränkischen Kleinformat zurückgelegt, um gleich 9 Grußworte in Empfang nehmen zu können. Ein wahrer Parforceritt, der uns an die Grenzen (Mittelfrankens) und darüber hinaus brachte.
Die Anzahl sowie die Distanzen der inzwischen 35 Rathäuser, die wir für unser Freundschaftsbuch aufsuchen, verlangen ein ausgeklügeltes Zeitmanagement. Sobald sämtliche Botschaften aus den Rathäusern eingeholt sind, werden die Friedensfahrer 1750 Kilometer in alle Winkel Mittelfrankens geradelt sein, mehr als sie auf dem Weg nach Oradour erwartet, für den knapp 1500 Kilometer veranschlagt sind.
Da mit Hilpoltstein, Gunzenhausen, Oettingen, Wassertrüdingen, Schopfloch, Schillingsfürst, Colmberg, Flachslanden und Dietenhofen viele Eindrücke zu verarbeiten sind, wird dieser Bericht in drei Etappen erscheinen.
Trotz strahlenden Sonnenscheins waren die tapferen sechs Radler gut beraten, auch wärmere, ja sogar regenfeste Ausrüstungsgegenstände auf dem Rücken mitzuführen, da die Informationen verschiedener Wetterdienste für Tag zwei so manche Stirn in Falten legten. Da ein Abiball, eine Führerscheinprüfung und zu guter Letzt auch noch die anstehenden Studienfahrten unserer 11. Jahrgangsstufe mit unserer Rundfahrt konkurrierten, ist das Engagement der Teilnehmer dieser Ausfahrt besonders hervorzuheben. Andere begleiteten uns auf den ersten 40 Kilometern bevor sie umkehrten. Jeder Trainingskilometer ist wichtig – in der Gruppe gefahren noch wertvoller.
Die Anfahrt nach Hilpoltstein über Fürth, Nürnberg und Roth, dem Mekka des Triathlonsports in Deutschland, musste einfach hinter sich gebracht werden. Unzählige rote Ampeln, dichter Verkehr sowie stark befahrene Landstraßen entsprechen nicht den idealtypischen Vorstellungen von Radtouren.
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In Hilpoltstein wurden wir von Bürgermeister Mahl in den Sitzungssaal gebeten, wo wir in nahezu herrschaftlichem Ambiente unseren Flüssigkeitsverlust ausgleichen konnten, bevor uns das Grußwort aus Hilpoltstein überreicht wurde.

Die Einladung in ein benachbartes Eiscafé in der idyllischen Innenstadt der Partnerstadt von Seilhac mussten wir leider ausschlagen, da uns bereits um 19 Uhr Herr Bgm. Fitz in Gunzenhausen erwartete.
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Auch hier konnten wir uns nicht lange aufhalten, hieß es doch nun in den Landkreis Donau-Ries im Regierungsbezirk Schwaben nach Oettingen zu fahren, um Frau Bgmin. Wagner zu treffen. Warum beteiligt sich denn ein Ort aus Schwaben an unserem mittelfränkischen Projekt? Nun, Oettingen liegt auch in der Region Hesselberg, zu der sich alle Gemeinden zählen dürfen, die den Hesselberg aus ihrem Gemeindegebiet erblicken können. Die Region Hesselberg ist wiederum dem Bezirk Mittelfranken zuzuordnen, wodurch Oettingen auch einen berechtigten Platz ist unserem Freundschaftsbuch haben soll.
Die Herzlichkeit und die unkomplizierte, ja freundschaftliche, Aufnahme in Oettingen ließ manche unserer Radler ganz verblüfft zu der Aussage hinreißen, dass die Menschen da ganz anders seien als sie es kennen.
Zunächst konnten wir die Rathauschefin nicht vor dem schönen Fachwerkensemble in Oettingens Innenstadt antreffen. Schnell wurde uns erklärt, dass sie bestimmt auf dem Historischen Markt ganz in der Nähe zu finden sei, wo wir nach kurzer Suche Frau Wagner trafen. Gerne nahmen wir ihre Einladung an, uns an den Buden um die Festveranstaltung herum zu versorgen, waren wir doch bereits 135 Kilometer geradelt. Unseren Plan noch nach Wassertrüdigen weiter zu radeln, „vereitelte“ sie charmant, nachdem sie mit ihrem Familienrat gesprochen hatte und uns spontan bei sich daheim ein Quartier für die Nacht anbot. Die Gesichter der tapferen Friedensbotschafter machten jede weitere Nachfrage überflüssig und so kam es, dass wir am kommenden Morgen nicht nur von vereinzelten Regentropfen auf den Dachliegefenstern unserer Unterkunft, sondern auch vom Kaffeeduft der für uns eingedeckten Frühstückstafel geweckt wurden. Wenn man sich auf kleine Abenteuerreisen begibt, weiß man nicht, welche Überraschungen der Tag für einen bereit hält. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Familie Wagner für ihre Gastfreundschaft bedanken!

Fortsetzung folgt…
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24.06. Tour der Ra(d)häuser und Sponsorenparade: Die Mischung macht’s

Die Zeit war knapp, der Terminplan voll. Heute musste es gut laufen, damit wir mit unserem eng getakteten Terminplan nicht in Verzug gerieten. Dem Projektcharakter unseres Seminars entsprechend sind wir nicht an die Stundentafel der Schule gebunden, wohl aber an den Terminplan unserer Partner. So wurde der Freiluftunterricht auf Mittwoch 14 Uhr gelegt, da uns bereits 90 Minuten später mit Herrn Bgm. Bisping der Rathauschef im schönen Lauf erwartete. Nicht schlecht staunten unsere Friedensfahrer, als sie die beeindruckende Kulisse des Wenzelschloss erblickten.
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Foto: Pegnitz-Zeitung

Wie Bürgermeister Bisping ausführte, war dieses Schloss unter Kaiser Karl IV sogar Kaiserresidenz und Lauf böhmisch. Die Achse Prag – Lauf – Paris wird in diesem Zusammenhang gerne genannt. Gerne hätten wir mehr Zeit im schönen Lauf verbracht, der spontane Entschluss „Da müssen wir wieder mal herkommen“, war zu vernehmen, doch Herr Gerner von der Firma Cito erwartete uns schon im benachbarten Schwaig.

Auf dem Weg dorthin wurden wir leider auch Zeugen eines bedauerlichen Unfalls. Eine betagte Autofahrerin wollte unsere Gruppe noch schnell überholen, bevor sie vor uns nach rechts auf einen Parkplatz abbiegen wollte. Dabei erfasste sie einen Rollstuhlfahrer, der Gott sei Dank nicht schwerer verletzt wurde. Wir halfen so gut wir konnten und wissen umso mehr, wie wichtig es ist, sich im Verkehr, ob auf zwei oder vier Rädern konzentriert und vorsichtig fortzubewegen.

In Schwaig angekommen blieben leider nur ein paar Augenblicke, uns vor dem gelb-schwarzen „Citoei“ zu positionieren und der Frima für ihre Unterstützung zu danken,
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bevor wir unseren Weg nach Behringersdorf fortsetzten. Dort erwartete uns schon Herr Valet, Geschäftsführer des fränkischen Traditionsunternehmens Retterspitz, dessen Produkte schon die Hausapotheke unserer Großeltern bereicherten. Zu unserer großen Freude gab er jedem Friedensfahrer neben den besten Wünschen für unsere Tour eine Tube Muskelcreme aus seinem Hause mit auf den Weg. Bald werden wir damit unsere arg strapazierten Antriebsstränge pflegen können. Herzlichen Dank für dieses passende Geschenk!
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In Schwaig, der ehemaligen Dienststelle unseres Mitfahrers Fritz Körber, gönnten wir uns eine kleine Pause bei einer kräftigen(den) Portion Eis, zu der uns Bürgermeister Bisping aus Lauf eingeladen hatte. Solche süßen Überraschungen helfen uns dabei, den Geschmack am Radeln nicht zu verlieren. Vielen Dank!
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Nachdem wir den italienischen Gaumenschmaus und den Schrecken auf der Straße verdaut hatten, rollten wir noch vor das Rathaus, um das Grußwort von Frau Bgmin. Thurner abzuholen. Bei genauer Recherche wird man feststellen, dass Schwaig keine Partnerschaft mit einer Gemeinde im Limousin pflegt. Der Einsatz des Altbürgermeisters Fritz Körber für die Aussöhnung und die Kontaktpflege zwischen dem Limousin und Mittelfranken verleihen „seiner“ Gemeinde, deren Chorgemeinschaft 2007 zusammen mit dem Fürther Kammerorchester mit einem Versöhnungskonzert in Oradour einen äußerst wertvollen Beitrag geleistet hat, eine besondere Rolle. Somit sollte ein Gruß aus Schwaig in unserem Freundschaftsbuch nicht fehlen.
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Tour der Ra(d)häuser: Etappen 9 und 10: Steine, Schläuche und Minnesang

Vieles ist eine Frage der Perspektive. So stellen nach Ausflügen ins Altmühltal oder in den westlichen Steigerwald Strecken wie die nach Stein und Wendelstein fast schon Ausflüge in die Nachbarschaft dar, die wegen des straffen Pensums, das es zu bewältigen gilt, auf Tage unter der Woche gelegt werden müssen. Dass Max Jacobs trotz einer bevorstehenden Prüfung den Nachmittag freinehmen konnte, erklärte er lapidar mit den Worten: „Man kann sich seine Zeit ja auch einteilen.“ Wir lernen für das Leben!

So traten wir in die Pedale, um vor Bgm. Krömers Amtssitz auf unseren fleißigen Radsportler Fritz Körber zu treffen, dem es ebenfalls gelungen war, eine passende Lücke in seinem prall gefüllten Terminkalender frei zu schaufeln. Zwischen einer Beerdigung und einer anschließenden Besprechung überreichte uns der Rathauschef mit einem Grußwort an die Freunde in Guéret ein weiteres Mosaiksteinchen für unser Gastgeschenk.
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Dass wir obendrauf noch mit praktischen Schlauchtüchern für alle 34 Teilnehmer bedacht wurden, wärmt nicht nur die abgebildeten Körperteile, sondern auch das Herz. Herzlichen Dank!

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Weiter ging es für die Friedensfahrer vorbei am sagenumwobenden Reichelsdorfer Keller, einer Radsportbahn mit großer Tradition, sozusagen auch das sportliche Wohnzimmer unseres Teamkollegen Horst Gnas. In Wendelstein wurden wir von Bgm. Langhans empfangen, der uns trotz fortgeschrittener Tageszeit empfing und im Gespräch zeigte, dass die völkerverständigende Wirkung des Städtepartnerschaftsgedankens auch für ihn eine Herzensangelegenheit ist.
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Ungünstige Wetterprognosen für die Fahrt nach Burgoberbach und Wolframs-Eschenbach zwangen uns, die für Samstag angesetzte Tour auf den Sonntag zu verlegen. Dankenswerterweise waren die Herren Bgm. Rammler und 2. Bgm. Schlackl so flexibel, dass unserem Terminwunsch entsprochen werden konnte.

Wie wichtig es ist, radfahrtechnisch und technisch allgemein sehr gut vorbereitet die lange Tour nach Limoges anzugehen, zeigte sich auf dem immerhin 150 Kilometer langen Ritt nach Westmittelfranken. Ein schon beim Start bis auf den letzten Faden durchgefahrener Mantel mit Plattfuß, eine nicht funktionierende Schaltung oder ein immer noch nicht richtig eingestellter Sattel zwingen auch die stärksten Athleten in die Knie. Spät aber doch zeigt sich, dass Empfehlungen und Ratschläge befolgt werden sollten. Um den Erfolg der Gruppe nicht zu gefährden, müssen aus Empfehlungen Anweisungen werden. Die Räder müssen beim Start in technisch einwandfreiem Zustand sein! Der Teufel liegt im Detail – in Burgoberbach aber auch auf dem Boden vor dem Treppenaufgang hinauf zur Pfarrkirche St. Nikolaus, wo er versucht, einen tapferen Ministranten zu sich hinunterzuziehen. So kurz vor den Kirchenpforten und geschützt von Bgm. Rammler und einigen Friedensfahrern bei der Übergabe des Grußwortes zum Freundschaftsbuch wird ihm das wohl kaum gelingen.

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Nur wenige Kilometer weiter östlich erwartete uns 2. Bgm. Schlackl in der Minnesängerstadt Wolframs-Eschenbach, ein Juwel Frankens, das mit seinen knapp 3000 Einwohnern immerhin seit 1332 das Stadtrecht besitzt. Einen Besuch ist der mittelalterliche Ort der Grablege des gleichnamigen Minnesängers, der auch schon als Filmkulisse diente, allemal wert. Hier stehen wir vor dem Denkmal zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt, dessen Sockel mit Brunnen von Eduard von Riedel entworfen wurde, der auch für die Pläne von Schloss Neuschwanstein verantwortlich zeichnete.
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Anschließend stärkten wir uns stilgerecht im Café Parzival, um die zweite Hälfte unserer steinigen Gralssuche zu einem guten Ende bringen zu können.
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14.06.2015: Übungsfahrt nach Bamberg: Back to the roots

Heute stand der Übungsklassiker Bamberg auf dem Programm. 95 Kilometer flach nahezu ohne Verkehr mit einem sehr touristischen Ziel am Wendepunkt. Warum denn das noch einmal? Da es trotz der zahlreichen Gelegenheiten noch immer weniger geübte Gruppenradler gibt und manche Pedaleure nachnominiert werden mussten, sollten diese die Möglichkeit erhalten, ihr Fahrverhalten in der Gruppe zu üben. Dieses Angebot wurde dann auch vereinzelt wahrgenommen.

Bei bestem Radsportwetter legten wir den wohlbekannten Weg zurück, wollten aber in Bamberg auch Neues entdecken und erklommen nach einem ersten Gruppenbild vor dem Blauen Haus
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erstmalig den Michaelsberg mit dem gleichnamigen Kloster,
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um von dort den herrlichen Ausblick auf die Domstadt zu genießen.
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Vor der verdienten Kaffeepause in der Fußgängerzone, konnten wir nicht ohne ein weiteres Erinnerungsbild vor dem Rathausturm den ersten Trainingsabschnitt beenden.
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Auf der zweiten Etappenhälfte zeigte sich, dass das Radfahren in der Gruppe geübt sein will. Plötzliche Richtungsänderungen und ruckartiges Abbremsen mögen Reaktionen auf unvorhergesehene Impulse sein, die es im Widerspruch zum Wort überlegt zu beherrschen gilt. Hier gilt die alte Weisheit „Probieren geht über Studieren“.

In den verbleibenden Wochen heißt es nun nochmals verstärkt, sich so gut wie möglich radfahrtechnisch vorzubereiten, seinen Körper bei längerer Belastung kennen zu lernen und seine Kräfte wohldosiert einzusetzen. Dabei weicht der einladende Charakter der Trainingsangebote einem auffordernden, in manchen Fällen verpflichtenden, wenn das individuelle Vorbereitungsprogramm noch Defizite aufweist.

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24.05.2015: Dunkle Gewitterwolken, sonniges Gemüt: Variatio delectat

Die heutige Trainingsfahrt sollte uns auf einer neuen Strecke zu unserer Lieblingsverpflegungsstelle, dem Eiscafé Franco in Heilsbronn, führen. Trotz trüber (Wetter-) Aussichten traten vier angehende Friedensfahrer die Trainingsrunde an und wurden neben dem guten Gefühl, etwas für die Fitness getan zu haben, von südländischen Leckereien und einem himmlischen Naturschauspiel über Franken für die Mühen auf dem Asphalt belohnt.
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Dass wir trockenen Rades in Erlangen ankamen, lässt vermuten, dass das Glück den Tüchtigen treu ist.

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Tour der Ra(d)häuser: Etappen 7 und 8: Willkommen im Club der Zweihunderter!

Zunächst stand mit dem romantisch im Altmühltal gelegenen Pappenheim wohl eines der entlegensten Etappenziele auf dem Programm. Emre Yedibela stellte sich dieser Herausforderung, die uns über Schwabach, Pleinfeld und Weißenburg auf zunehmend hügeligem Terrain zu Prof. Grzega, dem Leiter des Europahauses in Pappenheim, führte. Stellvertretend für Herrn Bgm. Sinn übergab er uns die Grüße aus dem Altmühlstädtchen nach Coussac-Bonneval und führte uns durch das Europahaus, einer Einrichtung, die den europäischen Gedanken vor allem durch Spracherwerb auf allen Ebenen und diverse kulturelle Veranstaltungen fördert.
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Nach einem ausführlichen Gespräch und einigen Flaschen Apfelschorle traten wir die Rückreise an, ließen uns von einem Plattfuß in Weißenburg nur kurz aufhalten und freuten uns nach über 200 Kilometern auf einen deftigen Dürüm im heimischen Erlangen.

Terminzwänge aller Art beeinflussen natürlich die Zusammensetzung unserer Expeditionsgruppen erheblich. So fanden sich mit Eugen Pfersich und Fritz Körber, zwei treue Recken, die bereit waren, 150 Kilometer zu den Rathauschefs von Bad Windsheim und Uffenheim auf sich zu nehmen.

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Belohnt wurden wir durch die herrliche Aussicht über den Rathausvorplatz vom Balkon des Amtssitzes von Bgm. Kisch in Bad Windsheim, das mit Saint-Yrieix-la-Perche befreundet ist. Hier lenkte besonders das archäologische Fenster unsere Aufmerksamkeit auf sich, das im wahrsten Sinne des Wortes tief in die Geschichte der Stadt blicken lässt.
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Die dunklen Regenwolken über unseren Köpfen verhießen nichts Gutes und wir beeilten uns, noch trocken und pünktlich in Uffenheim bei Bgm. Lampe anzukommen. Dort fanden wir mit dem „Partnerschaftsbrunnen“ ein besonders passendes Motiv, da jede der vier Stelen neben Uffenheim einer der Partnerstädte, darunter das französische Égletons, gewidmet ist.
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Bei 33 Gemeinden, die es für unser Freundschaftsbuch anzusteuern gilt, ist es keine leichte Übung, Termine, Routen und das Wetter auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. So kamen wir auf der Heimfahrt, die uns durch Gutenstetten führte, auf die Idee, unser Glück unangemeldet bei Bgm. Eichner zu suchen. Bereitwillig gab uns eine Feierabendrunde vor dem Radlertreff die nötigen Auskünfte, sodass wir kurz darauf von Bgm. Eichner und Alexander Scheumann, dem Vorsitzenden der Freunde von St. Hilaire, begrüßt werden konnten. Vielen Dank für diesen spontanen Empfang!
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9. und 10. Juni: Sponsorenparade, Teil 2: Von richtiger Fahrweise und intelligentem Antrieb bis hin zur umweltfreundlichen Energie und gutem Service

Natürlich freuen wir uns über jegliche Unterstützung. Dass unsere Förderer aber auch inhaltlich so hervorragend zum Charakter unseres Projektes passen, ist neben den vielen bunten Farbtupfern auf unserem Trikot durchaus als Sahnehäubchen auf demselben zu betrachten.

Ein Stopp bei Klaus Schulz, dem Inhaber der gleichnamigen Fahrschule, der uns bereits bei der Rennesradfahrt 2013 nicht nur mit seinem sonnigen Gemüt, sondern auch mit einem Transporter samt Anhänger begleitet hat, ist naheliegend. Nicht nur, weil seine Zentrale in direkter Nachbarschaft zu unserer Schule liegt, sondern auch, weil er bei der Friedensfahrt nach Oradour wieder dabei sein wird. Bestimmt wird er uns bei Bedarf helfen, den rechten Weg ordnungsgemäß einzuschlagen. Schon jetzt freuen wir uns auf seine Begleitung und die unzähligen Bilder, mit denen er diesmal mittels einer Drohne in eine neue Dimension vorstoßen wird.
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Neben dem gesundheitlichen Aspekt des Radfahrens wird die umweltschonende Art dieser Fortbewegung häufig betont, wenn vom „sanften Tourismus“ die Rede ist. Sanft zur Umwelt ist auch der Antrieb des Toyota Prius Plus mit Hybridantrieb, der uns von der Frankengarage Erlangen, wie schon vor einer halben Olympiade, als Begleitfahrzeug zur Verfügung gestellt wird. Dem Niederlassungsleiter, Herrn Benito Stolpe, danken wir neben seinem großen Einsatz auch für seine motivierenden Worte über Durchhaltevermögen und Teamfähigkeit, die er uns mit auf den Weg gegeben hat.

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Dass man dem Radsport durchaus schöne Seiten abgewinnen kann, zeigt dieses Beispiel:

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Tag zwei unserer Besuchstour ließ uns ansatzweise erahnen, was uns in den Vogesen und der Auvergne erwartet, führte unser Weg uns doch hinauf nach Kalchreuth vor den Toren Erlangens. Oben angekommen, wurden wir von einem wunderbaren Blick nach Norden in die Fränkische Schweiz und nach Süden Richtung Nürnberg belohnt, spürten aber auch in den Oberschenkeln, dass wir „Löwenenergie“ wir in den Anstieg zu Leonidas gesteckt hatten. ist eine Investmentfirma, die auf die Konzeption nachhaltiger Investments in den Bereichen Solar, Wasser und Wind spezialisiert und vor allem in Frankreich sehr aktiv ist.
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Nachdem uns der Geschäftsleiter der Leonidas Gruppe, Herr Ralf Schamberger, ein ehemaliger ASGler, die Geschäftsfelder von Leonidas vorgestellt hatte, weihte uns mit Julien Villa-Massone ein echter Franzose, der uns zuliebe nur Französisch sprach, in die technischen Geheimnisse einer Windkraftanlage ein.
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Neben dem Rückenwind, den unser Projekt durch Leonidas erfährt, wurden wir auch mit Bananen und Müsliriegeln gestärkt, sodass wir unseren Weg nach Eckental zum Radsport Shop Untheim fortsetzen konnten. Christine Untheim, eine ehemalige Bundesliga-Radrennfahrerin und Deutsche Meisterin im Damenradsport, die in der Mastersklasse sogar den Europameistertitel erringen konnte, war bei einem Sponsorengespräch so von unserem Projekt angetan, dass sie spontan beschloss, sich etliche Jahre nach ihrer aktiven Zeit als Rennfahrerin wieder in den zunächst harten Radsattel zu schwingen, um sich bis zum 17. Juli die nötige Form anzutrainieren. Wir freuen uns, dass wir mit der erfahrenen Radsportlerin und Radtrainerin eine weitere Amazone in unseren Reihen haben. Ihrem Mann „Wolfi“ danken wir, dass er ihr zwei Wochen frei gegeben hat, obwohl sie ihm im gemeinsamen Radsport Shop den Rücken freihält, während er seine Kompetenz als Fahrradexperte in den Dienst der Kunden stellt.
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Prolog am 14.07.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

bald ist es soweit! Am 17. Juli um 9:30 Uhr brechen wir zu unserer Friedensfahrt nach Oradour auf. Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, wollen wir uns mit einer gemeinsamen Radausfahrt nach Fürth und einem anschließenden Grillfest auf dem Schulgelände des Albert-Schweitzer Gymnasiums auf dieses Abenteuer einstimmen.

Dazu möchten wir alle unsere Freunde, Unterstützer und Gönner herzlich einladen.

Die Radfahrt beginnt um 14 Uhr vor dem ASG, Dompfaffstraße 111, in 91056 Erlangen und führt uns hauptsächlich auf den Regnitzwiesen nach Fürth, wo wir dem Limoges- und Limousin-Haus einen Besuch abstatten wollen.

Nach unserer Rückkehr gegen 17:30 Uhr finden wir uns auf dem Schulgelände des ASG ein, wo wir uns in geselliger Runde bei Grillwaren, Crêpes und Erfrischungsgetränken auf die Fahrt vorbereiten.
Selbstverständlich muss nicht geradelt werden. Wir freuen uns auch über Gäste, die sich zu uns ab 17:30 Uhr zum Grillen und Unterhalten gesellen.
Dabei werden u.a. auch die einzelnen Etappen vorgestellt. Für Sponsoren und Unterstützer aller Art besteht die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Dazu bitte bis
7. Juli mit Herrn Jechnerer per Mail Kontakt aufnehmen.

christianjechnerer@gmx.net

Wir freuen uns darauf, Sie / Euch bei unserem Prolog begrüßen zu dürfen und verbleiben mit sportlichen Grüßen

Ihr / Euer P-Seminar Friedensfahrt nach Oradour
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Tour der Ra(d)häuser: Etappen 4 bis 6

Die nächsten Etappen führten uns zu Frau Bgmin. Birgit Huber in Oberasbach, das mit L’Aurence Glane Développement verbunden ist. Über das Geschenkpaket aus Oberasbach, das uns mit vielen kleinen Geschenken in der Schule erreicht hat, freuen wir uns sehr und bedanken uns bei der Stadt Oberasbach und ihrer Bürgermeisterin.
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Dann ging es in die direkte Nachbarschaft nach Zirndorf zu Herrn Bgm. Thomas Zwingel. Die französischen Freunde aus Bourganeuf müssen ihre Jugendlichen bestimmt nicht lange überreden, um in die Heimat der Playmobilfiguren zu kommen, die sogar des örtlichen Marktplatzbrunnen dominieren. Auch bei Bgm. Zwingel bedanken wir uns für die kräftige Unterstützung unseres Projektes!
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In Markt Erlbach wurden wir von Frau Bgmin. Dr. Birgit Kreß und den „Freunden von Panazol“ Birgit Fleischmann und Herbert Mayr mit offenen Armen empfangen. Eine Reporterin der Fränkischen Landeszeitung schrieb einen Artikel über unsere (teilweise noch anstehenden) Ausflüge in den Steigerwald und Erlangens westliche Nachbarschaft. Leider können wir aus urheberrechtlichen Gründen auch diesen Artikel hier nicht zeigen. Panazol ist im Limousin und darüber hinaus für seinen Radsportenthusiasmus bekannt. Auf unserer letzten Etappe werden wir dort wenige Meter vor dem endgültigen Ziel in Limoges einen Stopp einlegen.
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Dass man an Großhabersdorf nicht nur dank der neuen Ortsumgehungsstraße vorbeifahren, sondern diesem schönen Örtchen durchaus einen Besuch abstatten sollte, haben wir auf dem Weg zum Amtssitz von Herrn Bgm. Friedrich Biegel entdeckt, der uns seine Worte für die Freunde in Aixe-sur-Vienne mit auf den Weg gab.
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Unsere Jagd nach Grußworten gab uns auch die Gelegenheit, Roßtal zu entdecken. Bei über 30 Grad mussten wir erkennen, dass der historische Kern mit der bekannten Krypta nicht in der Nähe der Ortsschilder zu finden ist, sondern strategisch sicher gelegen auf einem erhöhten Felssporn. Historische Details erfuhren wir nach der Übergabe des Grußwortes durch Herrn Bgm. Johann Völkl und dem Vorsitzenden des Deutsch-Französischen Freundschaftskreises (Auzances) Christoph Harsch vor romantischer Kulisse
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in einem urfränkischen Kleinod, dem „Weißen Lamm“, wo der Chef noch selbst schlachtet – und räuchert!
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Auf die Einladung des Bürgermeisters, uns seinen Ort bei Interesse noch genauer vorzustellen, werden wir gerne zurückkommen und bedanken uns noch einmal für die gesellige Runde.

Den Abschluss dieser Tagesfahrt machten wir in Neuendettelsau, das, obwohl in sehr ländlichem Umfeld gelegen, äußerst international geprägt ist. Dies ist auf die Diakonie zurückzuführen, die von dem Fürther Wilhelm Löhe, der in Erlangen studiert hat, gegründet wurde. Hier übergibt uns 2. Bgm. Gottwald Dötzer, der Bgm. Korn vertrat, dessen Grußwort für die Partner in Treignac.
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Tour der Ra(d)häuser: Etappen 1 bis 3

Nun sind wir in die heiße Phase der Tourvorbereitung eingetreten. Wir steuern die Kommunen in ganz Mittelfranken per Rad an, die eine Partnergemeinde im Limousin haben. Vor Ort treffen wir auf die Bürgermeister, deren Grußworte wir in einem von uns genannten „Freundschaftsbuch“ gesammelt als Gastgeschenk in Limoges überreichen wollen. Gewiss eine ambitionierte Aufgabe, da wir Beiträge von Pappenheim bis Uffenheim, von Schopfloch bis Eckental und von Wassertrüdingen bis Burgthann abholen wollen, aber auch die einmalige Gelegenheit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und kreuz und quer durch unser schönes Mittelfranken radelnd unsere Heimat viel besser kennen zu lernen. Dass wir dabei noch die Rathauschefs und oft auch Mitglieder der örtlichen Freundeskreise kennen lernen durfen, verleiht unseren Touren jeweils eine sehr persönliche Note und den Grußworten durch die Übergabefotos noch mehr Gesicht.

Der straffe Terminplan erfordert es, dass schon in den Ferien die Tour der Rathäuser begann. Man könnte meinen, dass wir gerade in der schulfreien Zeit in ganzer Stärke unterwegs sein sollten, aber weit gefehlt: Familienurlaub, Betriebspraktikum, Krankheiten aller Art und nicht zuletzt auch die Erlanger Bergkirchweih verwehrten manchem(r) aufrechten Sportsmann / -frau den oben beschriebenen Genuss.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung unserer Friedensfahrt bei Herrn Bgm. Heinz Meyer in Burgthann, das mit Châteauponsac verbunden ist. Den vorbereiteten Imbiss konnte die kleine Gruppe alleine verzehren. Vielen Dank für die Gastfreundschaft!

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Auch bei Herrn Bgm. Bernd Obst in Cadolzburg, das eine Partnerschaft mit Le Palais sur Vienne unterhält.
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Natürlich nahmen wir zwischendurch auch sehr gerne die eine oder andere Gelegenheit zum Verschnaufen wahr. Hier zum Beispiel in Cadolzburg im Buch-Café direkt vor der Burg, wo es frischen Kaffee direkt aus der Rösterei gibt.
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Unsere Tour der „Radhäuser“ führte auch zu Herrn Bgm. Claus Seifert und dem Vorsitzenden des Freundschaftsvereins Rainer Huth in Scheinfeld, das eine Jumelage mit Beaulieu sur Dordogne und Larche pflegt. Das anschließende Gespräch mit Französischlehrer Huth bei ein paar Kugeln Eis direkt neben dem Rathaus war sehr spannend, hat er doch ein Erlebnis niedergeschrieben, das beschreibt, wie er einen frz. Kriegsgefangenen, der bei seiner Familie zur Arbeit eingeteilt war, nach 54 Jahren durch einen Schüleraustausch wieder traf. Die Story wurde bei einem Wettbewerb als einzige von ca. 500 Einsendungen als Dokumentarkurzfilm von der Deutschen Welle verarbeitet und ausgestrahlt anlässlich des 45 Geburtstags des DFJWs. Seine Texte sind hier:

Le violon de Raoul

Raouls Violine

Geschichte einer deutsch-französichen Begegnung
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Weiter ging es zu Herrn Bgm. Christian von Dobschütz in Diespeck, das mit Eymoutiers freundschaftlich verbunden ist. Seit kurzem lockt ein Bikepark die abenteuerlustigen Radexperten, die ihre Radbeherrschung bei hohem Tempo über eine toll angelegte Hindernisstrecke testen und verfeinern können.
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In all den Rathäusern war der Empfang sehr freundlich und die Begeisterung für unser Projekt spürbar.

08.06.2015: 1. Platz beim Stadtradeln oder mit dem Regen um die Wette strahlen

Unter dem Motto „Radeln für ein gutes Klima“ organisiert der ADFC alljährlich die Aktion „Stadtradeln“, an der Einzelpersonen, aber auch Teams teilnehmen können. Dazu muss man sich nur anmelden und alle geradelten Kilometer online registrieren. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen und notierten fleißig unsere Distanzen.

So erstrampelten die 17 Seminarler im Zeitraum vom 1. bis zum 21. Mai stolze 6263 Kilometer, die einer CO2-Vermeidung von 901,9 kg entsprechen. Mit dieser Leistung erzielten wir in der Kategorie der Schulklassen den 1. Platz, der mit sage und schreibe 751,56€ dotiert war! Dementsprechend groß war die Freude der anwesenden Friedensfahrer, die leider nicht mit der Sonne um die Wette strahlen konnten. Dass die Preisverleihung auf dem Rathausvorplatz trotz strömenden Regens abgehalten wurde und alle Anwesenden im selben stehen gelassen und nicht ins schützende Rathausfoyer eingeladen wurden, lässt die Abschlussveranstaltung nicht im hellsten Licht erscheinen. Radfahren kann man doch auch wertschätzender promoten…

Für die Prämie bedanken wir uns ganz herzlich beim organisierenden ADFC und bei der Sparkasse Erlangen!

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Max Jacobs und Tjade Göken gewannen zudem noch die Wertung der Schüler mit den meisten individuell gefahrenen Kilometern (783 km bzw. 678 km) und wurden zusätzlich noch mit sehr schönen Sachpreisen und Einkaufsgutscheinen belohnt.

Die Moral, die für uns aus dieser Aktion hervorgeht, ist eindeutig: Anstrengung lohnt sich und wird honoriert! (Dies muss nicht zwangsläufig so direkt und konkret erkennbar sein wie in diesem Fall.) Wenn es außerdem für einen guten Zweck ist, kann es nur Gewinner geben.

So tragen wir neben einer wichtigen Finanzspritze – die sind im Radsport erlaubt – ein Lächeln im Gesicht und die Sonne im Herzen mit nach Hause und freuen uns auf die nächsten Ausfahrten.

17. Mai 2015: Interview mit Horst Gnas, Weltmeister der Steher von 1971, 1972 und 1973

Judith Wahl und Sophie Stiehler, Schülerinnen des P-Seminars „Friedensfahrt nach Oradour“, trafen den dreimaligen Weltmeister im Steherrennen, Horst Gnas, der auch bei der Friedensfahrt nach Oradour mitfährt, um einen Einblick in seine Leidenschaft, das Rennradfahren, zu bekommen.

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Herr Gnas, wie kamen Sie zum Rennradfahren?

Ich komme aus der ehemaligen DDR und bin dort als Jugendfahrer Rennrad gefahren, da ich „Täve“ (Gustav-Adolf Schur) kannte, der das Symbol des Rennradfahrens in der DDR war.

Wie war es, bei Ihrer ersten WM anzutreten?

Das war 1968 in Brünn in Tschechien. Wir sind ins kalte Wasser gesprungen, weil ich einen Schrittmacher hatte, mit dem ich vorher nicht gefahren bin. Ich bin als Letzter nicht in den Endlauf gekommen, was mich damals sehr geärgert hat. Deswegen habe ich noch mehr trainiert und auch die Zusammenarbeit mit dem Schrittmacher verbessert. 1970 war ich Zweiter bei der WM, 1971-73 dann Erster. (Anmerkung. in Varese / Italien, Marseille / Frankreich und San Sebastian / Spanien)

Wie war es, zu wissen, dass man in seiner Disziplin der Beste der Welt ist?

Geht einem natürlich schon gut. Ehrgeizig war ich schon auch, eigentlich schon immer. Du musst dich halt immer jedes Jahr darauf versteifen, zu einem bestimmten Zeitpunkt fit zu sein. Das ist schon schwierig, aber wenn ich auf dem Fahrrad saß, dann hab ich das geschafft, mich ganz und gar darauf zu konzentrieren. Und ich hatte auch nie das Gefühl, durch das viele Training irgendetwas verpasst zu haben, da es mir einfach sehr wichtig war.

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis, das Sie soweit gebracht hat?

Also… Doping gab’s früher keins bei uns (lacht). Ist eigentlich nur Trainingssache. Sagen wir so: Beim Steherrennen ist es für mich wichtig gewesen, die „Härte der Straße“ zu haben, ich bin ja auch viele Straßenrennen gefahren. Also auch mit vielen Bergen, vor jedem Steherrennen bin ich bergige Strecken gefahren, weil ich den Druck brauchte. Die anderen Steher konnten das nicht, sie konnten nur flach fahren. Sie brauchten den Tritt, aber ich hab den Druck gebraucht. Sie sind mir dann mit dem Auto hinterher gefahren, um zu schauen, was ich denn da mache.

Also kann man sagen, dass die „Berge“ ihr Erfolgsgeheimnis waren?

Ja.

Wie hat sich die Technik an Rennrädern von damals bis heute verändert?

Beim Steherrennen haben sich an sich nur die Laufräder verändert, sie sind jetzt zu Scheibenrädern geworden. Früher haben wir Speichen in den Rädern gehabt.

Sie sind früher viele Steherrennen gefahren. Gefällt Ihnen das besser als Straßenrennen und falls ja, wieso?

An sich beides gleich. Straße bin ich eigentlich gerne gefahren, ich habe da ja auch über 100 Rennen gewonnen. Und dann bin ich erst zur „Steherei“ gekommen, wobei die Straßenrennen eine wichtige Voraussetzung waren. Die meisten Steherrennfahrer sind auch Straßenrennen gefahren. Das hat sich beides ein bisschen ergänzt, weil wir auf der Straße auch zum Beispiel viel den „runden Tritt“ trainiert haben, also dass man die Pedale gleichmäßig belastet, was dann hilfreich für die Steherrennen war.

Was ist ihrer Meinung nach der schönste Ort, wo Sie mit dem Rennrad unterwegs waren?

Der schönste Ort war definitiv Japan, in Tokio. Das war das Highlight. Da sind so viele Menschen, wie bei einem Fußballspiel! 30, 40 Tausend Zuschauer! Die Rennen werden dort immer live übertragen und die Leute wetten auf das Rennen. Wenn Pause ist, sind alle auf einmal weg und wetten, wer gewinnt. Also Japan war schon schön.

Was war Ihr eindrucksvollstes Erlebnis auf dem Rennrad?

Das Eindrucksvollste für mich war die dritte WM, in San Sebastian in Spanien. Dort bin ich plötzlich ohne Schrittmacher da gestanden (Anmerkung: Horst Gnas hatte immer einen niederländischen Schrittmacher, aber da die Regeln geändert worden sind, hat er bei der dritten WM plötzlich einen deutschen gebraucht), und dann wurde ein Deutscher eingeflogen mit dem ich ohne ein einziges Mal gemeinsames Training Weltmeister geworden bin. Das war für mich schon ein Highlight.

Und was war Ihr kuriosestes Erlebnis auf der Rennstrecke?


Das war, als ich bei einem Finale, bei dem ja immer ausgelost wird, wer vorne und wer hinten startet, ganz hinten auf Platz 10 starten musste. Es ist unheimlich schwierig, an den anderen vorbei zu kommen. Und trotzdem bin ich da Erster geworden und habe es geschafft, alle andere zu überholen, und das in 3 Runden (Anmerkung: um die 100 Runden werden insgesamt gefahren, Renndistanzen von 100 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 km/h mit Spitzen von über 100 km/h sind im Spitzensport keine Ausbahme.).

Wie kamen Sie dazu bei der Radfernfahrt nach Limoges mitzufahren?

Da war ich beim „Untheim“, bei dem Fahrradgeschäft in Eckental, da kam der Christian Jechnerer rein und erzählte mir von der Fahrt. Ich habe von dem Projekt gar nichts gewusst, und dann meinte er, ich soll doch mitfahren. Nachdem er mir noch mehr über die Friedensfahrt und den Sinn dahinter erklärt hatte, habe ich mir gedacht, warum nicht, und habe mich dazu entschlossen mitzufahren. Ich wusste nicht genau, ob das zeitlich klappt, weil ich davor drei Wochen in Irland Rennrad fahre, aber jetzt ist da eine Woche Pause dazwischen, also geht das schon.

Was ist Ihre Motivation bei langen Strecken weiterzufahren?


Es ist bei uns immer so: es fahren zwei Mann mit dem Wohnmobil voraus, da weiß man dann, nach 150 km steht er und dann gibt’s was zu essen (lacht).
Naja und mein Partner, den ich habe, der fährt auch ganz gut, das ist dann auch motivierend.

Gibt es Tipps und Tricks, die Sie uns für die Radfernfahrt auf den Weg geben würden?

Beim Radfahren ist es wichtig, das Essen nicht zu vergessen. Noch wichtiger ist das Trinken, gerade wenn es so heiß ist. Da gibt’s einige Pulver oder Vitamintabletten zum Einmischen. 
Beim Fahren und Trainieren, finde ich, ist das Wichtigste langsam anzufangen, und in einem kleinen Gang, damit man schnell tritt, nicht gleich in so einem riesigen Gang. Schön losfahren, schön einrollen, und dann kann man irgendwann schalten. Dann würde ich euch außerdem empfehlen, wenn ihr eingefahren seid, bei kleineren Bergen nicht runter zu schalten, sondern einfach in dem Gang, indem ihr davor wart, drüber zu fahren. Das bringt enorm viel fürs Training.

Vielen Dank an Horst Gnas für das Interview!

19.05. Sponsorenparade, Teil 1 und: The Real Thing

Da wir nun vollkommen eingekleidet sind, können wir uns in der gesamten Pracht unseren Förderern präsentieren. In der heutigen und in einigen der kommenden
Unterrichtseinheiten wollen wir unsere Trikotsponsoren besuchen, damit sie auch sehen, wem sie ihre Unterstützung zugute kommen lassen. Für uns ist dies ebenso eine schöne Gelegenheit, die Menschen und Unternehmen hinter den Logos auf unseren Trikots kennen zu lernen.
Begonnen haben wir unsere Besuchstour bei Intersport Eisert, deren Ärmlinge und
Beinlinge unsere Gliedmaßen vor kühlen Temperaturen schützen. Der aerodynamische Top-Radhelm mit dem Autogramm des Sprintstars der Profiszene Marcel Kittel, der uns von UVEX geschenkt wurde, wird in den kommenden Wochen bei Interpsort Eisert ausgestellt werden. Hier freut sich unser ehemaliger Kollege und jetzt Geschäftsführer Christian Bier mit uns.

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Dann stellten wir uns vor der Fahrradecke Erlangen zusammen mit unserem Förderer
der ersten Stunde Eberhard Schirmer auf. Bevor wir uns zu dem Bild aufstellen konnten, mussten wir einige Friedensfahrer von den vielen Accessoires trennen, die ihre Aufmerksamkeit im Inneren der Fahrradecke auf sich gezogen hatten

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Den letzten offiziellen Besuch des Tages statteten wir Jens Möller von Kieser Training in Erlangen ab. Getreu dem Motto „Ja zu einem starken Körper“ konnten es manche kaum erwarten, nach dem Gruppenbild vor den Pforten der Trainingshalle ihre kaum zu bändigende Kraft zu testen.

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Nach einem weiteren Gruppenbild, das uns noch etwas ratlos zeigt,

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und einer kurzen Unterweisung vor den modernen Trainingsgeräten

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konnten wir unserer Energie, die wir heute nicht so sehr auf die Pedale bringen konnten, freien Lauf lassen und scheuten dabei ganz im Sinne unseres Projektes nicht vor großen Herausforderungen zurück:

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Da unter der Woche die Zeit knapp bemessen ist, lösten wir uns um kurz nach 18 Uhr auf und traten den Heimweg an.
Alle? Nein – zwei fleißige Radler wollten noch ein paar Höhenmeter am Rathsberg
sammeln. „Warum?“ „Weil er da ist.“
Sie folgten dann dem Vorschlag ihres Lehrers, die Höhenmeter doch mit etwas Anlauf am Kalchreuther Berg zu sammeln, sodas sich noch eine kleine Dreiergruppe auf den Weg nach Osten machte. Oben angekommen, waren noch nicht alle Kräfte aufgebraucht und die abendliche Stimmung so schön, dass wir kurzerhand beschlossen, den Höhenzug weiter nach Kleingeschaidt und Tauchersreuth zu fahren. Dort angekommen, war es nicht mehr weit bis zur Traumkurzabfahrt hinter Oedenberg, von wo aus es wiederum nicht mehr weit nach Behringersdorf zu unserem Freund Fritz Körber war, dem wir sogleich einen Überraschungsbesuch abstatteten. Wenig überrascht waren wir, ihn im Raddress in seinem Garten stehen zu sehen, war der ehemalige Radrennfahrer doch gerade erst von einer kurzen Trainingsrunde nach Neumarkt heimgekehrt. Bei einer Tasse wärmenden Tees wurden die alten Geschichten und zur Veranschaulichung ein Trikot von 1957 aus dem Schrank gezaubert. Nicht Retrostyle – The Real Thing!

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17.05. Bayernrundfahrt: eine verpasste Gelegenheit mit weltmeisterlichem Ausgang

Ein recht überschaubares Grüppchen versammelte sich heute, um den „Helden der Landstraße“, wie die Radrennfahrer gerne auch genannt werden, auf der fünften und letzten Etappe der Bayernrundfahrt auf ihren Spuren zu folgen.

Heute sollte sie ihr Weg von Schweinfurt über 198 km nach Nürnberg führen – beides Städte mit großer Radsporttradition.
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Wie bei großen Profirennen üblich, können sich die Enthusiasten am Straßenrand mittels detaillierter Marschtabellen genau ausrechnen, wann das Peloton an welchem Ort durch die Landschaft schwirren wird.

So konnten wir mit viel Ruhe im Gepäck zunächst die historische Altstadt Herzogenaurachs durchradeln, wo ein freundlicher Herzogenauracher, der seit über 30 Jahren in Vancouver lebt, unsere Anwesenheit dokumentierte. Wenn man, abgesehen von den Profis, mit dem Rad unterwegs ist, finden Begegnungen mit Einheimischen am Wegesrand mit großer Regelmäßigkeit statt.😉
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Doch dann zog uns die Bayernrundfahrt magisch an und in Brunn bei Emskirchen stießen wir dann auf die Strecke. Von Streckenposten erfuhren wir, dass das Feld noch gut 20 Minuten brauchte, bis es an uns vorbei fliegen sollte. Um nicht verschwitzt und untätig die wertvolle Zeit des im Hintergrund laufenden Stadtradelns verstreichen zu lassen, setzten wir unsere Tour in Rennrichtung fort.

Angesichts der vielen Material- und Begleitfahrzeuge, die die Athleten bald an einer Verpflegungsstelle versorgen sollten, machte sich bei uns schon etwas Rennstimmung breit. Auch die vielen Zuschauer, die bereits erwartungsfroh den Wegesrand säumten und uns zujubelten, trugen zu diesem Gefühl bei, obwohl wir zunächst noch abwinkten, da wir uns ja auf keine Fall mit fremden Federn schmücken wollten. Es sollte jedoch nicht lange dauern, bis auch wir uns von der Stimmung anstecken und von den Zuschauern anfeuern ließen.

Wären wir in einer durchaus möglichen Stärke von 15 + Radlern unterwegs gewesen, hätten viele unserer Friedensfahrer die Begeisterung für den Radsport aufsaugen können. Da wir uns aber auch im Schulalltag bewegen, bedeutet für uns das Wort „Zielsprint“ oder „Schlussspurt“ kurz vor den Pfingstferien, dass anstehende Prüfungen jedem Einzelnen den individuelle zur Verfügung stehenden Zeitrahmen diktieren.

Nachdem wir kurz vor Langenzenn die Rennfahrer zum ersten Mal bewundern konnten, folgten wir ihnen in unserem Rhythmus, um sie erneut im Kampf um die Plätze rund um die fantastische Kulisse der Nürnberger Burg zu verfolgen. Zuerst räumten Polizeimotorräder den Weg frei,
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damit die Presse ungestört ihrer Arbeit nach“gehen“ konnte:
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Dann kam der Führende im Gelben Trikot
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dicht gefolgt von der Meute,
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dicht gefolgt von der Presse.

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Nach dem ganzen Trubel und unseren bis dahin gut 80 Kilometren in den Beinen, fühlten wir uns auch zu einer kurzen Pause berechtigt, die wir im idyllischen Biergarten von Schloss Almoshof einlegten.

Nicht lange konnten wir uns dort aufhalten, da schon um 17 Uhr in Erlangen ein weiteres Highlight unserer anstehenden „Tour de France“ auf uns wartete:

Dort trafen sich zwei unserer Radlerinnen zum Interview mit einer Radsportgröße, die der Steherszene in den 70er Jahren mit drei Weltmeistertiteln ihren ganz persönlichen Stempel mit Nachdruck aufgedrückt hat: Horst Gnas. Wir freuen uns ganz besonders, dass Horst sich für unser Projekt so begeistern konnte, dass er sich spontan unserer kleinen Gruppe angeschlossen hat, die somit etwas vom Glanz der weltmeisterlichen Regenbogenfarben abbekommt.

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16.05. Eckental: Das erste Grußwort

Heute waren wir in besonderer Mission unterwegs. Eine kleine Abordnung unserer Friedensfahrergruppe machte sich um 16 Uhr auf den Weg nach Eckental, wo wir im Rahmen der 25-Jahrfeier der Partnerschaft Eckental-Högyész / Ungarn das Grußwort von Frau Bürgermeisterin Dölle überreicht bekamen.

Wir waren tief beeindruckt von der herzlichen Aufnahme unserer kleinen Gesandtschaft im Kreise der Festgesellschaft. Nach unserem bis dahin 60 Kilometer langen Ritt durch und über die Fränkische Schweiz freuten wir uns nach etlichen Höhenmetern auch sehr über die Forellen und Grillwaren, zu denen wir eingeladen wurden.

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Nach der Mahlzeit und den kurzen Ansprachen, die ins Ungarische und Französische gedolmetscht wurden, stellten wir uns mit Bürgermeisterin Dölle und Vertretern der Gemeinde Eckental sowie Freunden aus Ungarn und Ambazac, der Partnergemeinde Eckentals im Limousin, zu einem Gruppenbild auf.

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Das Bild zeigt von links: Johann Feidel (Vors. des gastgebenden Fischereivereins Eckental), Gemeinderat aus Ambazac Stéphane Che, Ch. Jechnerer, Gemeinderat Michel Soirat,(A.), S. Lochner, R. Endlich, Bürgermeisterin Ilse Dölle, M. Jacobs, F. Körber sowie die Bürgermeister von Högyész, Kristof Karoly (Zweiter BM) und György Botta (Erster BM)

Dabei kamen wir auch mit den Gästen aus Frankreich ins Gespräch, die uns zu einem Besuch in Ambazac auf unserer letzten Etappe einluden. Sie wollen auch Radsportler aus ihrem Gemeindegebiet über unser Projekt informieren, damit sie uns auf den letzten Kilometern begleiten werden. Wir freuen uns schon jetzt auf die Begegnung mit unseren französischen Radsportfreunden!

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12.05. Unterricht im Freien: Teamgeist

Für heute war praktischer Unterricht angesetzt. Da die Übungsfahrten am Wochenende nicht verpflichtenden Charakter haben, wir jedoch alle zusammen in der Gruppe Radfahren lernen müssen, ist der Gedanke, bei knapp 30 Grad und nach 9 Stunden Schule in die Radklamotten und aufs Rad zu springen nicht der unangenehmste. Nach einer intensiven Sauerstoffdusche in der Fränkischen Schweiz ist der Kopf auch wieder bereit, sich eher theoretischen Dingen hinzugeben.

Heute führte uns unsere Tour zunächst durch flaches Gelände über Baiersdorf und Poxdorf nach Effeltrich.
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Die ersten Wellen Richtung Gaiganz und Weingarts ließen manche schon an ihren Kräften zweifeln, nicht jedoch am Zusammenhalt in der Gruppe. Beim herrlichen Blick auf die Ehrenbürg waren sich alle schnell einig, dass wir der Zeckengefahr trotzen und uns zu einem Gruppenbild aufstellen sollten.

Gleichzeitig konnten bereits verbrannte Kalorien wieder nachgetankt werden.
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So schafften alle mit vereinten Kräften den Anstieg Richtung Walkersbrunn, wo uns auf halbem Weg das Walberla erneut zu einem Fotostopp nötigte.
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Schnell machten wir uns wieder auf den Weg, da sich am Himmel schon viel Energie, die wir auch gut für unsere Trainingsrunde benötigten, aufgestaut hatte und es wohl nur eine Frage der Zeit sein sollte, bis sie sich in einem kräftigen Sommergewitter entladen würde. Hochkonzentriert glitten wir durch die erstmalig hochsommerlichen Temperaturen über Dachstadt nach Igensdorf.
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Jetzt galt es, kühlen Kopf zu bewahren, genügend zu trinken, aber trotz aller Anstrengung auch den Blick für die Schönheit der Landschaft, wie hier zwischen Oberlindelbach und Etlaswind, nicht zu verlieren.
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Die restlichen Kilometer spulten wir schon recht routiniert ab, wechselten dabei je nach Straßenführung und Verkehrsaufkommen zwischen Einer- und Zweierreihe oder teilten uns kurzfristig in zwei kleinere Gruppen, damit uns überholende Fahrzeuge leichter passieren konnten.

Zum Abschluss unserer Etappe gönnten wir uns eine kleine „tour d’honneur“ durch Erlangens Stadtzentrum, wo wir noch einmal kräftig angefeuert wurden. Gemeinsame Erlebnisse verbinden.

Nach unserer zweieinhalbstündigen Ausfahrt sind wir um ein schönes Erlebnis reicher und können je 60 km auf unserem Stadtradelkonto verbuchen.

Jetzt freuen wir uns schon auf die Einladung am Samstag in Eckental, wo wir unser erstes Grußwort überreicht bekommen. Dass wir dort auf französische Gäste aus Ambazac, Eckentals Partnergemeinde im Limousin, treffen werden, erhöht unsere Vorfreude.

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10.05. Muttertag: Fahrt nach „Kloster“

Fast schon traditionell trafen sich blau-weiß-rot gekleidete Radler um 11 Uhr vor dem ASG. Wenig später machte sich eine 11-köpfige Radgruppe auf den Weg nach Heilsbronn,wo neben kulturellen auch kulinarische Leckerbissen auf uns warten sollten. Der Himmel war blau und der Wind stark.
Vor zwei Tagen haben wir Arm- und Beinlinge von InterSport Eisert erhalten.-Damit waren wir sehr gut gegen den kühlen Wind gewappnet und freuten uns über die wohltuende Wärme und den hohen Tragekomfort unserer neuen Ausrüstungsgegenstände. Herzlichen Dank!
Wenn die Sonne den Kampf gegen die Wolken gewann, zeigte sich unsere Heimat in den schönsten Frühlingsfarben. Gelbe Rapsfelder oder lila Flieder dominierten unsere Sinne.
Leider mussten sich schon in Veitsbronn drei Teilnehmer verabschieden. Die einen hatten heute familiäre Verpflichtungen, einem anderen machte ein fehlender Zahn zu schaffen. Die Ursache dieses Verlustes kann glücklicherweise nicht mit unserem Projekt in Verbindung gebracht werden. So stemmten sie sich gemeinsam auf ihrem Rückweg gegen den Wind.
Die acht verbliebenen kleinen Radlerlein posierten kurz darauf vor dem alten Rathaus am Prinzregentenplatz in Langenzenn. (Für Statistiker: Einer musste das Foto machen.)

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In Heilsbronn umrundeten wir zunächst das Münster, das im 12. Jahrhundert in romanischem Stil errichtet wurde. Die Klosteranlage beherbergte bis ins 16. Jahrhundert eine Zisterzienserabtei. Daher heißt Heilsbronn noch heute im Volksmund „Kloster“. Die Besichtigung der Innenräume oder gar der Grablege der Hohenzollern verschoben wir auf ein anderes Mal, da wir unsere Räder nicht unbeaufsichtigt lassen wollten. Kaum fanden wir die Muße für ein schönes Gruppenbild im Klosterhof. Es wird diskutiert, ob sich der Name „Heilsbronn“ von ‚Heilsbrunnen‘ ableiten lässt. Ein Kloster kann natürlich auch im übertragenen Sinne ein Quell des Heils, fons salutis, sein. Für uns war der moderne Brunnen in diesem Moment lediglich Teil einer schönen Kulisse.

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Dann zogen uns die Eisspezialitäten bei Franco magisch an und machten uns glücklich.

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Unsere letzte kurze Pause machten wir vor der 1157 erstmals erwähnten Cadolzburg, wo bereits Vorbereitungen für die Cadolzburger Festspiele ab dem 18. Juni getroffen werden. Kaum zu glauben, dass diese schöne Kulisse erst wieder neu aufgebaut werden musste, nachdem die Burg 1945 in Trümmern lag.

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Da wir für das Stadtradeln auch fleißig Kilometer sammeln wollen, bauten wir heute ein paar Extraschleifen in unsere Tour ein und kamen nach 105 km in Erlangen an – müde aber glücklich und voller schöner Bilder im Gepäck.
Wir wünschen allen eine gute Erholung und sehen uns schon am nächsten Dienstag zu einer weiteren Trainingsfahrt.

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04. Mai: Feierstunde 20 Jahre Regionalpartnerschaft Bezirk Mittelfranken – Région Limousin in Ansbach

Eine besondere Ehre wurde uns zuteil, als wir zur Feierstunde des 20jährigen Jubiläums der Regionalpartnerschaft zwischen dem Limousin und Mittelfranken eingeladen wurden. Zunächst lauschten die gut 100 geladenen Gäste, vor allem Kommunalpolitiker und Partnerschaftsbeauftragte der 32 Gemeinden Mittelfrankens, die eine Partnerschaft mit einer Gemeinde im Limousin unterhalten, den Reden des Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch und der Regionalrätin Christèle Coursat.

Dann bekamen wir die Gelegenheit, unser Projekt vorzustellen. Da wir mit unseren Trikots in den französische Landesfarben auftraten, waren wir ein bunter Farbtupfer in dem ansonsten sehr festlichen Rahmen.

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Einen kleinen Vorgeschmack auf die Begegnungen mit den Menschen in Frankreich bekamen wir, als wir die französische Delegation persönlich kennenlernen konnten. Hier konnten wir unsere Französischkenntnisse ganz ohne Notendruck selbst testen. Dabei erfuhren wir, dass unsere Freunde aus dem Limousin uns einen tollen Empfang in Limoges und Oradour, aber auch schon in kleineren Vororten auf unserer Abschlussetappe bereiten wollen. Sie werden auch versuchen, die französische Radsportlegende Raymond Poulidor oder den mehrfachen Tour de France Teilnehmer und Weltmeister von 1994, Luc Leblanc, die beide aus dem Limousin stammen, dazu zu gewinnen, uns willkommen zu heißen. Das würde uns auf den letzten Kilometern bestimmt nochmals moralischen Rückenwind geben!

Eine besondere Erinnerung an diesen schönen Abend in Ansbach ist auch das Gruppenbild mit Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und der Vertreterin des Limousin, Regionalrätin Christèle Coursat, die wir auf dem Foto einrahmen. Sie zeigen die Rückseite unseres Trikots, auf der die Logos des Limousin und Mittelfrankens, aber auch ein Lorbeerkranz mit der Zahl 20 und den Jahreszahlen 1995 – 2015 zu sehen sind, die auf das Jubiläumsjahr hinweisen, das wiederum den Rahmen für unser Projekt darstellt.

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In 2 Tagen rund um den Landkreis ERH

Aus Projekten werden Erlebnisse

Am 12.05.2015 ist ein Zeitungsartikel über unsere Landkreisumrundung „Rund um ERH“ mit dem Titel „Schülergruppe veranstaltet Friedensfahrt nach Oradour“ im Verteilungsgebiet Höchstadt/Aisch – Herzogenaurach erschienen. Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir diesen Artikel hier nicht zeigen und verweisen zur Lektüre auf den entsprechenden Link des Fränkischen Tages.

Als sich im Januar die Nachricht verbreitete, dass der 2. Wandertag direkt vor dem 1. Mai, einem Freitag, stattfindet, war schnell die Idee geboren, eine 4-tägige Radtour zu machen. Um unsere Heimatverbundenheit auszudrücken, wollten wir im Jubiläumsjahr des Bezirks Mittelfranken mit dem Limousin unseren Heimatbezirk umrunden. Nach anfänglicher Euphorie machte sich dann aber schnell die ernüchternde Einsicht breit, dass wir die 4 Tage nicht nur zum Radfahren, sondern auch zum Lernen für die Schule benötigen würden. Außerdem könnten 4 Tage Radsport am Stück noch so früh in der Vorbereitungsphase eine Überforderung darstellen.

Also passten wir den Wunsch den Realitäten an und beschlossen, nicht unseren Bezirk, sondern Kreis, hier Erlangen / Höchstadt, zu umrunden.

Die ca. 240 Kilometer lange Strecke teilten wir in eine westliche und eine östliche Etappe auf.

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Passend zum Projekt gab Herr Landrat Tritthart den Startschuss vor dem Schloss in Erlangen.

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Unser Weg führte uns auf gewohntem Terrain zunächst Richtung Bamberg, bevor es in Hirschaid gen Westen und gegen den Wind nach Burgebrach ging. Gut, dass wir schon ganz ordentlich Windschattenfahren können!

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Trotz unserer Sitzpolster der 4. Dimension machte sich bei etlichen Friedensfahrern der Allerwerteste bemerkbar, auch im Nacken oder Rückenbereich fing es nicht nur bei den älteren Radlern an zu zwicken. Immer häufiger kam auch die Frage nach einer Pause auf. Die Frage, ob Supermarkt oder Wirtschaft wurde mit der absoluten Mehrheit zugunsten der lokalen Gastronomie beantwortet. Der Beschluss „Bei nächster Gelegenheit wird eingekehrt!“ wurde angesichts eines **** Sterne Golf-Resorts ‚Am Schloss’ schnell verworfen und wortgleich erneuert. Noch im selben Dorf erfuhren wir dann per Zuruf vor einem unseren Ansprüchen und Finanzrahmen entsprechenden Restaurant: „Under der Wuchn kochn die ned warm!“ und beschlossen, unser Glück in Schlüsselfeld zu suchen. Nach einem kurzen, aber knackigen Anstieg von Untermeisendorf nach Obermeisendorf waren alle im wahrsten Sinne des Wortes über dem Berg, als wir im Schwarzen Adler in Schlüsselfeld die bis dahin gut 1000 verbrannten Kcal deftig nachtanken konnten. Besonders überrascht dürfte die Verkäuferin des örtlichen Supermarktes gewesen sein, als einer unserer Helden ihr gesamtes! Müsliriegelsortiment käuflich erwarb.

Dass das für die Muskelarbeit nötige Blut nach einer Hauptmahlzeit vornehmlich zur Verdauung benötigt wird und für die Vorwärtsbewegung nicht mehr in vollem Umfang zur Verfügung steht, mussten wir in den folgenden Wellen des Steigerwaldes lernen.

Dennoch hatten wir noch einen Blick für die kulturellen Kleinode, die unseren Weg säumten. Hier das ehemalige Wasserschloss von Breitenlohe bei Burghaslach aus dem 15. Jahrhundert

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oder die Schönheit der Landschaft wie in Kästel.

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Nach über 100 Kilometern wurden kleinere Anstiege zu größeren Herausforderungen und der Ruf „Vorne kürzer!“ war in kürzer werdenden Abständen zu vernehmen. Hier zeigt es sich, dass Radsport auch Teamsport ist, da die Kraftreserven, die in manchen Teilnehmern noch schlummerten, mannschaftsdienlich mit der Hand am Rücken eines Mitradlers / einer Mitradlerin dazu verwendet wurden, die letzten Hürden bis zum wohlverdienten Eis in Dechsendorf zu nehmen.

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Nach den ersten 135 Kilometern fühlt es sich besonders gut an, zu essen worauf und in welcher Menge man gerade Lust hat, sich in ein kühles Bett zu legen und darauf zu hoffen, dass bei der nächsten Ausfahrt die Schmerzen im Nacken, im Sitzbereich und in den Händen der Vorfreude auf die neuen Erlebnisse rund um ERH gewichen sein werden. Kurz vor dem Einschlafen lässt man die Bilder des Tages Revue passieren und kann kaum glauben, welch einen Ritt man hinter sich gebracht hat.

Gute Nacht!

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Tag 2

Da für den kommenden Tag schlechtes Wetter gemeldet war und uns die erste Etappe unserer Landkreisumfahrung noch sehr in den Knochen und anderen Körperteilen steckte, wurde die zweite Etappe kurzerhand um einen Tag verschoben. Angesichts der bereits erbrachten Anstrengung und der Terminänderung war die Teilnahme diesmal freiwillig.

Dass sich trotz anders lautender Wetterprognose 12 Unerschrockene bei leichtem Sprühregen und unangenehmen 9 Grad auf dem Parkplatz des ASG eintrafen, spricht für die Motivation der Gruppe.

Noch leicht erkältet und schon ziemlich durchgefroren mussten zwei unserer Teilnehmer schon nach wenigen Kilometern den Rückweg antreten, da es wenig Freude und keinen Sinn macht, bereits angeschlagen 120 anstehende Kilometer durch den östlichen Teil des Landkreises mit seinen Anstiegen in der Fränkischen Schweiz anzugehen.

So manch einer hätte sich jetzt wärmende Ärmlinge und Beinlinge gewünscht, die uns aber in Kürze zur Verfügung stehen sollen.

Doch bald darauf wich der Niederschlag sogar lichten Stellen am wolkenverhangenen Himmel und gab den Blick auf das Walberla frei.

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Hier stieß dann unverhofft mit Horst Gnas, von dem in Kürze in einem eigenen Artikel noch zu lesen sein wird, ein weiterer Teilnehmer der Friedensfahrt nach Oradour zu unserer Gruppe. Leider musste uns Fritz Körber an dieser Stelle schon verlassen, da er einen „jour sans“ hatte, wie die Franzosen zu sagen pflegen, wenn ein Radsportler einen schlechten Tag erwischt. Mit einer Einladung zu Kaffee und Kuchen bei sich daheim verabschiedete er sich, um in seinem Rhythmus weiter zu fahren.

Ganz angetan von der malerischen Route, die uns dann zunächst über Gräfenberg, nach Lilling und Kirchröttenbach führte, beschlossen manche schon, sobald wie möglich diese Strecke erneut abzufahren, während andere wiederum ihre Oberschenkel verstärkt wahrnahmen.

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Nicht schlecht staunten wir dann, als wir direkt vor unserer Kaffeepause in Behringersdorf zu einem weiteren Gruppenbild mit Fritz Körber kamen, obwohl dieser schon längst in der guten Stube mit Kaffee und Gebäck auf uns wartete.

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Dort wurden wir herzlich empfangen, konnten uns aufwärmen und alte wie frische Erlebnisse austauschen.

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Die restlichen 40 Kilometer führten uns durch die würzigen Düfte des Knoblauchslandes, wo wir uns schon dem Ziel ganz nahe wähnten, wären es doch auf direktem Wege nur ein paar Kilometer bis Erlangen gewesen. Da wir aber den (Land-)Kreis schließen wollten, durchquerten wir den Wiesengrund der Regnitzauen Richtung Obermichelbach, überwanden die letzten Höhenmeter nach Herzogenaurach und konnten, nachdem wir die Zentrale der Weltmarke mit den drei Streifen passiert hatten, schon die Skyline Erlangens erblicken.

Nach dieser anstrengenden, aber kontrastreichen zweiten Etappe blicken wir erschöpft und zufrieden auf zwei schöne Radtage zurück, in denen wir unsere Heimat an mancher Stelle neu entdecken konnten und gleichzeitig sahen, welche Aufgabe in der Ferne auf uns wartet.

Zunächst freuen wir uns aber über die Einladung des Bezirkstagspräsidenten zu einer Feierstunde anlässlich des 20. Partnerschaftsjubiläums Limousin – Mittelfranken nach Ansbach am 4. Mai, der wir mit 4 Personen folgen.

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Die Flaschen sind da!!!

Direkt vor unserer 2 Tagerundfahrt um den Landkreis ERH ist das heißersehnte Paket von Continental eingetroffen. Zum Vorschein kamen 66 Trinkflaschen, 33 Satteltaschen sowie 33 Rückenbeutel.

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Welche Emotionen dies bei unseren Friedensfahrern auslöste, siehe Foto😉

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Wir bedanken uns bei Conti-Mann Thai Do für seine tolle Unterstützung!

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26. April: 95 km nach Bamberg: Japaner und Belgischer Kreisel

Pünktlich um 11 Uhr trafen wir uns erneut, um gemeinsam die wohlbekannte Strecke nach Bamberg in Angriff zu nehmen.
Was für ein Anblick: 13 Radfahrer in ihrem nagelneuen Outfit!

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Sehr routiniert schlängelten wir uns zunächst durch die engen Straßen Alterlangens. Ein Handzeichen hier, ein Zuruf da. So muss es sein!
Nachdem wir jedoch den Schutz der Stadt verlassen hatten, bemerkten wir sofort, dass uns heute der Wind kräftig um die Ohren pfeifen sollte.
Allerdings wollten wir uns nicht beschweren, da uns ebenso gut ein Regenschauer überraschen gekonnt hätte.

bkDann ging der Radunterricht los: Heute stand der sogenannte „Belgische Kreisel“ im Vordergrund. Dabei gilt es, die Führungsposition ständig abzugeben und sich nach hinten fallen zu lassen, wo man möglichst ruckelfrei wieder den Anschluss an die Gruppe finden muss. Auf unserer großen Tour werden wir froh sein, wenn wir durch diese Technik kräftesparend gegen den Wind ankämpfen können.

In der Bamberger Innenstadt angelangt, wollten wir noch ein touristisches Gruppenbild machen, wurden aber selbst zur Kulisse für sich unheimlich schnell vermehrende japanische Schnappschussjäger.

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Nach einer kurzen Verschnaufpause bei unserem StammBecker machten wir uns auf den Rückweg, den wir dazu nutzten, unsere frisch erworbenen Fertigkeiten im Kreiseln zu üben.

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In 2 Etappen rund um den Landkreis Erlangen / Höchstadt

Wir begrüßen den Mai standesgemäß auf dem Fahrrad. Diesmal führt uns der Weg rund um den Landkreis Erlangen / Höchstadt.

Dazu treffen wir uns am Donnerstag um 9:30 Uhr vor dem ASG. Die 1. Etappe über 130 km führt uns gegen den Uhrzeigersinn in den westlichen Landkreis. Von den 1100 Höhenmetern erholen wir uns am Abend nach Lust und Laune bei schönem Wetter am Entlas Keller. Bei schlechter Witterung nach Absprache in einem Lokal in Erlangen.t_1

Die 2. Etappe geht dann ab 10 Uhr im Uhrzeigersinn zunächst in die Fränkische Schweiz, um über Gräfenberg, Lauf, Nürnberg und Herzogenaurach nach 110 km und 1200 Höhenmetern wieder in Erlangen zu enden.

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Für die P-Seminarler ist die Teilnahme Pflicht. Über jeden weiteren Friedensfahrer und Gast freuen wir uns sehr!

Die Trikots sind da!

Ein weiterer großer Meilenstein auf dem Weg nach Oradour ist erreicht

Kurz vor dem Start der Aktion Stadtradeln, bei der es darum geht, möglichst viele Kilometer auf dem Rad zu strampeln, um somit ein Zeichen für die Umwelt zu setzen, erhielten die Teilnehmer der Friedensfahrt nach Oradour ihre Radsportkleidung.

Zur Ausrüstung eines jeden Teilnehmers gehören 2 Paar Socken, 2 Radhosen, 2 Trikots und eine Rennmütze (die wegen Lieferverzugs leider noch nicht auf dem Foto zu sehen ist).

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Dazu gab es noch die schicken weißen Helme Boss Race von Uvex.

Ganz dem Projekttitel entsprechend wollen wir nun auch unsere Botschaft einem möglichst großen Publikum vermitteln und uns dabei, jetzt für alle von weitem schon als Gruppe erkennbar, in ganz Mittelfranken präsentieren.

Die nächste Etappe ist unsere Fahrt in den Mai rund um den Landkreis Erlangen / Höchstadt.

Dann werden wir unser Freundschaftsbuch vorbereiten. Dies ist eine Sammlung von Grußworten aller Gemeinden Mittelfrankens, die eine Partnergemeinde im Limousin haben. In den nächsten Wochen werden wir im Rahmen unserer Trainingsfahrten diese Kommunen ansteuern und freuen uns schon darauf, die vielen Unterstützer unseres Projektes persönlich kennen zu lernen.

Einladung zur Trainingsfahrt des P-Seminars „Friedensfahrt nach Oradour“!

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Wann? Sonntag, 26. April, 11.00 Uhr!
Treffpunkt: ASG
Distanz: 95km
Tempo: 23 km/h
Strecke: asphaltierte Radwege

Wie schon in den vergangenen beiden Wochen trifft sich das P-Seminar „Friedensfahrt
nach Oradour“ zu einer gemeinsamen Ausfahrt nach Bamberg und zurück. Wir freuen uns über jeden weiteren Teilnehmer! Eltern, Schüler oder Kollegen sind gleichermaßen willkommen!

Achtung: Helmpflicht!

Vorankündigung: Am 30. April und am 1. Mai werden wir in zwei Etappen den Landkreis Erlangen / Höchstadt umrunden. Auch dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein!
Weitere Informationen folgen in Kürze.

Euer P-Seminar „Friedensfahrt nach Oradour“

19. April: 95 km nach Bamberg

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Pünktlich um 11 Uhr haben sich 11 Teilnehmer auf die 95km lange Trainingsfahrt nach Bamberg gemacht. Die Sonne begleitete uns durchgehend und der Wind wehte zunächst auch zu unseren Gunsten.

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Unserer Freude konnte auch der Pannenteufel, der gleich zweimal zuschlug, nichts anhaben. Die zwei Platten nutzen wir gleich, um den Reifenwechsel zu üben. In Bamberg belohnten wir uns noch mit einem kleinen Snack, um auf der Rückfahrt gut gestärkt das Kreiseln für besseres Fahren im Windschatten zu üben.19_2

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12. April: Auftakt: 95 km nach Bamberg

Bei noch recht frischen 12 Grad folgten 13 Teilnehmer der Friedensfahrt nach Oradour dem Aufruf zur ersten gemeinsamen Ausfahrt. Im Vordergrund stand hier sich zunächst gegenseitig kennenzulernen, da sich unsere Radgruppe diesmal auch wieder aus Radsportfreunden aller Altersschichten über die Schulmauern hinaus zusammensetzt. Nach einer kurzen Einweisung in die Zeichensprache der Radfahrer1 und den Regeln, die es zu befolgen gilt, wenn man möglichst unfallfrei in einer Gruppe Rad fährt2, konnten wir in die Pedale treten.

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Immer am Kanal entlang führte uns unsere Tour über Möhrendorf, Baiersdorf, Hausen und Forchheim über Hirschaid nach Bamberg, wo uns eine kleine Kaffeepause in der schönen Innenstadt doch recht gelegen kam. Auf der Rückfahrt spürte dann mancher schon deutlicher verschiedene Körperteile als kurz nach dem Start. Da allgemein bekannt ist, dass man mit Eis ganz gut Schmerzen lindern kann, schlossen wir unsere erste unfall- und niederschlagsfreie Trainingsfahrt in einer Eisdiele in Erlangen ab.

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1 Wichtig, da Zurufe bei Wind- und Motorgeräuschen leicht überhört werden. Auf folgende Situationen wird durch Handzeichen hingewiesen:

  • Halt
  • Hindernis rechts / links (parkende Autos, zu überholende Objekte / Personen)
  • Querrinne oder – welle
  • Schlaglöcher
  • Am Berg: „Ich gehe gleich aus dem Sattel“
  • Lautes Zurufen ist jedoch unerlässlich bei:
    • Autos von vorne oder hinten
    • Glas
    • zu hoher Geschwindigkeit: „Kürzer!“
    • Nachzügler schließt zur langsam weiterfahrenden Gruppe auf: „Alle da!“
    • Umkehren oder warten: „Drehen!“
    • Einerreihe, / Zweierreihe
  • Zurufe werden immer weitergegeben!

2 In der Gruppe Rad zu fahren bedeutet, dass man mit geringem Abstand zum Vorder- und Hintermann fährt. Dementsprechend muss Folgendes beachtet werden:

  • Nicht abrupt bremsen!
  • Keine plötzlichen Ausweichmanöver!
  • Nicht plötzlich und ohne Vorwarnung ruckartig aus dem Sattel gehen!
  • Immer konzentriert fahren!
  • Situationen antizipieren!
  • Immer lächeln!

UV-Schutz schützt vor schädlichen Strahlen und lässt „Friedensfahrer“ strahlen

Mit den frühlingshaften Temperaturen steigert sich die Vorfreude auf unsere Radfernfahrt nach Limoges spürbar. Nach der gelungenen Auftaktfahrt nach Bamberg am 12. April sind nun auch schon die ersten gemeinsamen Trainingskilometer zurückgelegt, die uns noch wie ein recht bunt zusammengewürfelter Haufen aussehen ließen. Am  Nachmittag des 14. April strahlten dann die Teilnehmer des Seminars „Friedensfahrt nach Limoges“ mit der Sonne um die Wette, als sie ein Paket von UVEX erreichte. Zum Vorschein kamen schicke Radsportbrillen Sportstyle 700, die von nun an, dem Firmennamen gemäß, unsere Augen vor schädlichen UV-Strahlen schützen werden: „UV-ex“

Bleibt zu hoffen, dass die Begleiter auf unserer Nase weder schmutzig noch trübe werden, sodass wir bei der weiteren Entwicklung unseres Projektes nicht den Durchblick verlieren. Nun blicken wir schon gespannt dem kommenden Freitag entgegen,dem Tag, an dem wir zum ersten Mal unsere Radtrikots überstreifen werden.

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Kleider machen Leute – Gedanken zum Trikot der „Friedensfahrt nach Oradour“

Was ist eine Radfernfahrt? Zunächst ganz einfach eine lange Radtour von A nach B. Wie der Titel unserer „Friedensfahrt nach Oradour“ jedoch vermuten lässt, soll mit unserer Etappenfahrt auch eine Botschaft transportiert werden: Zum 20-jährigen Jubiläum der Bezirkspartnerschaft zwischen Mittelfranken und dem Limousin in Frankreich ist neben der Bezirkshauptstadt Limoges ein weiteres Ziel, die friedensstiftende Idee der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Frankreich durch Begegnung und gegenseitiges Kennenlernen zu beleben.

Zunächst sieht unser Trikot aus wie eine Litfaßsäule, da zahlreiche Logos die
Unterstützung zum Ausdruck bringen, die unserem Projekt aus der Heimat, aber auch
durch überregional, ja international agierende Unternehmen zuteil wird.
Bei genauerer Betrachtung erkennt man auch, dass die Grundfarben Blau, Weiß und Rot die französischen Nationalfarben sind – eine Hommage an unser Nachbarland und
Reiseziel. Dem Jubiläum der Bezirkspartnerschaft wird zum Einen durch die Logos des
Bezirks Mittelfranken und der Region Limousin auf den Rückentaschen und der Radmütze Rechnung getragen. Zum Anderen weist der goldene Lorbeerkranz im Nackenbereich und auf der Mütze auf das 20-jährige Bestehen dieser Partnerschaft hin. Die im Hellblau der Vereinten Nationen oder in Weiß gehaltene Friedenstaube verweist auf die Absicht, mit dem Besuch in dem am 10. Juni 1944 massakrierten Örtchen Oradoursur-Glane ein Zeichen der Versöhnung ganz im Sinne des 1963 unterzeichneten Elysée-Vertrags zu setzen. Auf den Bündchen der Ärmel sind die Unterschriften von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle zu sehen, die diesen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag unterzeichneten, auf den alle Städte- und Bezirkspartnerschaften sowie Schulaustauschprogramme zurückgehen. Sie unterstreichen ebenso diesen politisch-historischen Hintergrund wie die Erwähnung von „Reims 1962“ unter den Rückentaschen. In der Kathedrale von Reims fand im Jahre 1962 ein Versöhnungsgottesdienst statt, dem beide Staatsmänner beiwohnten und der als wichtiges Symbol den Weg zum Elysée-Vertrag ebnete, der ein halbes Jahr später unterzeichnet werden sollte.

Die in dem in Radfahrerkreisen bekannten Farbton Celeste gehaltenen Farbbänder an den Oberarmen und an den Bündchen der Langarmtrikots sind eine Referenz an die im
Sommer 2013 durchgeführte „Rennesradfahrt“, der ersten Radfernfahrt des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Erlangens Partnerstadt Rennes in der Bretagne. Der
Aphorismus „Le bonheur est la seule chose qui double si on le partage (deutsch: ‚Glück
allein vermehrt sich, wenn man es teilt‘) wird unserem Schulpatron Albert Schweitzer
zugeschrieben, der als gebürtiger Elsässer das Hin und Her zwischen Deutschland und
Frankreich als festen Bestandteil seiner frühen Biographie erfahren musste. Seine
Unterschrift und sein Portrait zieren außerdem noch die Flächen auf den Langarmtrikots.

In der Gestaltung dieses Trikots spiegelt sich das Bestreben wider, neben der Bewältigung der finanziellen Herausforderung dem gymnasialen Anspruch hinsichtlich Bildung und Identifikation mit der Schule gerecht zu werden.

Die französische Entsprechung „L’habit ne fait pas le moine“ (dt. ‚Das Gewand macht noch keinen Mönch‘) zeigt einerseits, wie unterschiedlich doch bestimmte Sachverhalte interpretiert werden können. Andererseits werden wir uns natürlich bemühen, durch unser Verhalten auch unserem „Gewand“ gerecht zu werden.

C.J.

Trikot Kurz

Trikot Lang

Prof. Henri Ménudier über die Attentate von Paris und deren Auswirkungen auf die deutsch-französischen Beziehungen

Am 11.02.15 hielt der Historiker und Politologe Prof. Henri Ménudier einen Vortrag zum Thema der dt.-fr. Aussöhnung und die aktuellen politischen Geschehnisse in Frankreich. Gerade zum Anlass der Radfernfahrt nach Limoges war das für die Teilnehmer eine interessante Erfahrung.

Ein Bericht von Sophie Stiehler.

UnbenanntProf. Ménudier behandelte in seinem Vortrag zwei große Themen. Zum einen war das die historische Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft nach Jahrhunderte langer Feindschaft.

Allein zwischen 1870 und 1945 gab es drei große deutsch-französische Kriege. Zuerst der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71, der für Frankreich den Verlust des Elsass und Lothringens bedeutete. Danach folgte der Erste Weltkrieg von 1914-18, auch „La Grande Guerre“ gennant. Von 1939 bis 45 kam dann auch noch der Zweite Weltkrieg und brachte ebenfalls viele Verluste auf beiden Seiten, dazu viele politische Veränderungen und grausame Massaker wie das von Oradour-sur-Glane, auf welches Prof. Ménudier besonders einging, da wir als Teilnehmer der Friedensfahrt den Schauplatz dort besichtigen werden.
In der relativ kurzen Periode von 75 Jahren kam es also zu drei großen Kriegen zwischen Deutschland und Frankreich. Im Schnitt bedeutet das alle 25 Jahre ein Krieg. Jede Generation musste somit große Verluste ertragen und der Gedanke der deutsch-französischen Versöhnung schien weiter entfernt denn je.Doch nun herrscht seit 70 Jahren Frieden, was Prof. Ménudier nicht zuletzt auch dem Engagement einzelner Betroffener und Privatpersonen zuschreibt. Gerade diejenigen, die am meisten unter dem faschistischen Regime gelitten hatten, wendeten sich mit ausgestreckter Hand ihren „Feinden“ zu, um eine gemeinsame Lösung finden, damit es eben kein „zweites Oradour“ gebe. Als Beispiel nannte er die 1949 gegründete Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Montbéliard. Den Anstoß dazu gab der Bürgermeister von Montbéliard, Lucien Tharradin, der selbst im KZ Buchenwald inhaftiert war. Er war somit einer der ersten Franzosen, die sich gleich nach Kriegsende für die deutsch-französische Verständigung einsetzten.

Auch die Jugend spiele eine wichtige Rolle für die zunehmende Annäherung der beiden Staaten. Ab 1960 wurden regelmäßig deutsch-französische Jugendtreffen veranstaltet, die eine Chance für die Jugendlichen bot, sich für die Demokratie einzusetzen und die „andere Seite“ kennen- und wertschätzen zu lernen. Als weitere wichtige Faktoren der Versöhnung nannte Prof. Ménudier die „Montanunion“ von 1950, die die Grundlage für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland schuf. Natürlich spielte der Élysee-Vertrag von 1963 eine zentrale Rolle. Der „Händedruck“ von Adenauer und de Gaule symbolisiere das, worauf die beiden Länder hinarbeiteten: Über eine Annäherung durch wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit sollte es zur deutsch-französischen Freundschaft kommen. Daraus entwickelte sich 1963 das Deutsch-Französische-Jugendwerk (DFJW), das bis heute über 8,3 Millionen Austauschmöglichkeiten unterstützt hat.

Im zweiten Teil seines Vortrages berichtete Prof. Ménudier sehr aufschlussreich über die Attentate von Paris vom 07. und 08. Januar und deren Folgen. Die drei Anschläge auf eine Polizistin, auf die Redaktion der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ und auf einen jüdischen Lebensmittelladen forderten nicht nur insgesamt 20 Tote, sondern lösten auch eine Welle von Reaktionen bei den Franzosen aus. Sie starteten am 11. Januar den „Marche de la République“ als Antwort, denn viele fühlten sich in ihrer Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und in anderen Rechten der Demokratie eingeschränkt. Außerdem veröffentlichte die Redaktion, auf die das Attentat verübt worden war, eine historische Sonderausgabe, genannt „Ausgabe der Überlebenden“, von der 7 Mio. Exemplare gedruckt wurden. Problematisch dabei sei jedoch, dass die Titelseite ein im Islam verbotenes Abbild eines Propheten zeige, was einen eindeutigen Angriff auf die islamische Religion darstelle. An dieser Stelle appellierte Prof. Ménudier an unsere Toleranz für Religionen. Keine Religion solle derart in der Öffentlichkeit bloßgestellt werden – die freie Entscheidung, welcher Konfession man angehört, läge nicht umsonst bei jedem Einzelnen. Gerade in dieser Hinsicht habe Frankreich noch viel nachzuholen, da durch die starke Trennung von Kirche und Staat nur Wenige sowohl über die eigene als auch über andere Religionen informiert seien, woraus sich schnell eine gewisse Intoleranz des „Unbekannten“ entwickelt. Um diesem Sachverhalt entgegen zu wirken, sollte es in Zukunft mehr Informationsveranstaltungen in Frankreich zum Thema Religion geben. Auf jeden Fall müsse ein klarer Unterschied zwischen Muslimen und Islamisten gemacht werden. Zu weiteren kritischen und durch die Attentate verschärften Themen, mit denen sich der französische Staat in nächster Zukunft auseinandersetzen muss, zählte Prof. Ménudier das Versagen der Bildungs- und Erziehungspolitik. Wie konnte es passieren, dass sich drei relativ normale französische Schüler zu Terroristen entwickeln? Haben deren Schulen versagt? Oder liegt es am familiären Hintergrund? Aber wenn das stimmt, wie steht es dann mit Integration und Renovierung der Städte in Frankreich? Dies alles stellt die innere Sicherheit in Frage. Haben die Geheimdienste versagt, dass es zu den Attentaten kommen konnte? Und was soll die jüdische Bevölkerung von den Anschlägen halten? Werden noch mehr auswandern, weil sie wegen der Unsicherheit aus Frankreich weg wollen?           Prof. Ménudier beobachtete gerade wegen der kritischen Lage, in der sich die französische Regierung derzeit befindet eine Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Besonders positiv wurde in Frankreich die große Anteilnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgenommen, als sie sich mit geschlossenen Augen an die Schulter des französischen Präsidenten Hollande lehnte. Die Kraft solcher Bilder sei nicht groß genug einzuschätzen. Deutschland und Frankreich würden in Zukunft enger kooperien und gemeinsam Probleme, wie z. B. die Situation in der Ukraine, angehen wollen.

Nach dem Vortrag hatten die Zuhörer die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die auch reichlich genützt wurde.

Wir bedanken uns bei Prof. Ménudier für diesen interessanten Vortrag, der es uns ermöglicht, unsere anstehende Radtour nach Limoges vor einem anderen Hintergrund zu erleben.

„Je suis Charlie“ und die deutsch-französischen Beziehungen

Ein Vortrag von Prof. Dr. Henri Ménudier am 11. Februar von 11.35 Uhr – 13.00 Uhr im Mediensaal.

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Die ersten Meilensteine der Radfernfahrt nach Limoges sind schon erreicht – und doch wurde noch kein Kilometer auf dem Rad zurückgelegt: Das Trikot ist fertig gestaltet, die Strecke und die Unterkünfte stehen nahezu vollständig fest und die 32-köpfige Radgruppe ist zusammengestellt.

Neben der Logistik gehört jedoch auch die geistige Auseinandersetzung mit unserem Nachbarland Frankreich zur Vorbereitung der „Friedensfahrt“. Nachdem Bezirkstagsvizepräsident a.D. Fritz Körber anhand des Massakers von Oradour den sehr schwierigen Weg von Feindschaft zu Freundschaft skizzierte, freuen sich die Seminarteilnehmer nun besonders, mit Prof. Henri Ménudier einen international renommierten Referenten gewonnen zu haben, der seinen Zuhörern die Auswirkungen der schrecklichen Ereignisse, die Frankreich in der ersten Januarhälfte ereilten, auf die deutsch-französischen Beziehungen erläutern kann.

Der Historiker und Politologe, ein Schüler Alfred Grossers, lehrt seit 1988 am Institut für Deutschlandstudien an der Universität Paris III – Sorbonne Nouvelle. Er engagiert sich für die Verständigung und den wissenschaftlichen Dialog zwischen Franzosen und Deutschen und fördert gleichzeitig den Austausch zwischen Frankreich, Deutschland und Polen, dem so genannten „Weimarer Dreieck“.

Von 2001 bis 2005 war er Präsident des „Bureau International de Liaison et de Documentation“ sowie Direktor der Revue „Documents“. Seit 2005 bekleidet er das Amt des Direktors des „Centre Universitaire d’Asnières“. Ménudier ist zudem Gastprofessor an der Universität in Freiburg i.Br.

Zu seinen Veröffentlichungen zählen „La vie politique en Allemagne féderale“, „Das Deutschlandbild der Franzosen in den siebziger Jahren“, „Parteien und Wahlen im politischen System der Bundesrepublik Deutschland“ und „Das Deutsch-Französische Jugendwerk. Ein exemplarischer Beitrag zur Einheit Europas“. Daneben hat Henri Ménudier zahlreiche Schriften und Aufsätze in Sammelwerken verfasst. Er hat an vielen Radio- und Fernsehsendungen in Deutschland und Frankreich teilgenommen und war an rund zwanzig Dokumentarfilmen für das deutsche Fernsehen beteiligt.

Im Anschluss an Professor Ménudiers Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Alle Interessenten sind dazu herzlich eingeladen!

Endlich ist es soweit!

Nach monatelanger Arbeit ist es endlich soweit – die Trikots sind fertig. Dazu haben alle Teilnehmer fleißig Sponsoren aufgesucht und in Kontakt mit ihnen sogar Plätze auf dem Trikot sichern können. Auch wenn nicht jede Anfrage auf Anhieb erfolgreich war, so haben wir doch ein sehenswertes Trikot zustande kommen lassen. Unser großer Dank geht dabei natürlich an unsere Sponsoren!

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Natürlich kannst auch du dir sämtliche Radklamotten kaufen, die folgenden Größentabellen dienen dir dabei zur Orientierung:

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WICHTIG: Die folgenden Artikel können nur bis zum 30. Januar bestellt werden.

Trikot Kurzarm:  50€ (Herren- und Damenschnitt, bitte angeben)
Hose kurz:  55€ (Männerhose mit Trägern, Frauenmodell ohne Träger)
Weste ärmellos, gleiches Design:  55€
Trikot Langarm, warmer Flauschstoff, gleiches Design, Ärmel mit Albert-Schweitzer-Portait u. Schriftzug: 59€
Regenjacke: 79€
Socken: 8€ (bitte Schuhgröße angeben)
Mütze:  10€ (Einheitsgröße)

Kontakt: christianjechnerer@gmx.net

Fritz Körber über das Schicksal von Oradour

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Nach der Rennes-Radfahrt 2013 wird das P-Seminar „Radfernfahrt“ im nächsten Sommer ins Limousin, Mittelfrankens französischer Partnerregion im Herzen unseres Nachbarlandes, fahren.

Dort liegt, in der Nähe von Limoges, der Hauptstadt des Limousin, das in ganz Frankreich als „village martyr“ (dt. „Märtyrerdorf“) bekannte Örtchen Oradour-sur-Glane welches den Abschluss und Höhepunkt der Tour der 30-köpfigen Radgruppe darstellen wird.

Seine traurige Berühmtheit erlangte Oradour am 10. Juni 1944, als die SS-Division „Das Reich“ in einem in Westeuropa beispiellosen Massaker 642 Einwohner ermordete. Kinder und Frauen wurden in eine Kirche gesperrt, die dann abgebrannt wurde. Alle Männer wurden in Scheunen zusammengetrieben und verloren ihr Leben durch das Feuer der auf sie gerichteten Maschinengewehre. Nur sechs Personen konnten diesem Verbrechen lebend entkommen. Darunter der inzwischen 88-jährige Robert Hébras, der an jenem Tag seine Mutter und zwei Schwestern verlor.

Dass sich nun jener Robert Hébras seit langem für die Aussöhnung zwischen den beiden ehemaligen „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich einsetzt, mag zurecht überraschen und kann wohl durch seine eigenen Worte am besten erklärt werden. Auf die Frage, wie er seinen ursprünglichen Hass auf die Deutschen überwinden konnte, um stattdessen für die Aussöhnung beider Völker zu werben, wird folgende Antwort von ihm überliefert: „Dazu hat mir mein Freund Fritz Körber geholfen.“

In seinen mit viel Herzblut vorgetragenen Ausführungen berichtete der 75-jährige Lokalpolitiker aus Behringersdorf bei Nürnberg, der sich auch in seiner Zeit als Bezirkstagsvizepräsident von Mittelfranken (1994-2003) besonders um die Partnerschaft zwischen dem Limousin und Mittelfranken verdient gemacht hat, von den historischen Ereignissen in Oradour und dem schwierigen, aber letzten Endes Erfolg versprechenden Weg der gemeinsamen Bewältigung dieses schweren Erbes.

Körbers Zuhörern aus verschiedenen Geschichtskursen der Oberstufe und den Teilnehmern des P-Seminars „Radfernfahrt“ bot sich durch den beeindruckenden Vortrag die Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben. Sie nützen auch reichlich die Gelegenheit, ihre gewonnen Informationen durch interessierte Fragen zu vertiefen und dankten dem Zeitzeugen nach über 90 Minuten mit großem Beifall.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Anwesenden, als sie erfuhren, dass sich der radsportbegeisterte Körber selbstverständlich im kommenden Juli auf den Fahrradsattel schwingen wird, um sich gemeinsam mit unseren Radlern auf die 1.400 km lange Strecke zu seinem Freund nach Oradour zu machen.